20.06.2018

Neuer Gedenkort für Johannes Prassek, Hermann Lange, Eduard Müller und Karl Friedrich Stellbrink auf dem Domherrenfriedhof in Hamburg

Zeugen Christi im Norden

Nicht nur die Bistumswallfahrt am Samstag, 23. Juni erinnert an den 75. Todestag der Lübecker Märtyrer im November. Am Hamburger St. Marien-Dom sind die vier Glaubenszeugen jetzt als Skulpuren zu sehen, gestaltet von Karlheinz Oswald.

Karlheinz Oswald mit einem Tonmodell der Märtyererskulpturen
Karlheinz Oswald mit einem Tonmodell der Märtyrer-Skulpturen.  Foto: Klaus Byner

Seine Ansgar-Statue ist zu einem Wahrzeichen des Hamburger Domplatzes geworden. 1999 hat der Künstler Karlheinz Oswald diese Skulptur geschaffen. Sie war ein Geschenk des Bistums Mainz, eingeweiht zum Hamburger Katholikentag 2 000. Niemand weiß, wie Ansgar aussah. Oswald gab ihm das Gesicht eines Mannes von heute in einer Mönchskutte. Modell stand ein Freund des Künstlers.

Ansgar und Märtyrer im gleichen Stil gestaltet

Wie die Lübecker Märtyrer Johannes Prassek, Eduard Müller, Hermann Lange und Karl Friedrich Stellbrink aussahen, weiß man. Im 75. Jahr ihres gewaltsamen Todes hat Karlheinz Oswald ihre Portraits gestaltet, im gleichen Stil wie St. Ansgar. Sie stehen jetzt auf Stelen auf dem Domherrenfriedhof, direkt neben dem Dom. 

„Es war der Wunsch Karlheinz Oswalds, auf diesem Platz die Lübecker Märtyrer zu portraitieren“, sagt Klaus Byner. Der pensionierte Mitarbeiter des Erzbistums hat über die Jahre den Kontakt zu dem international renommierten Künstler gehalten. Dompropst Franz-Peter Spiza und Domkapitel gingen auf den Vorschlag ein. Eine Sponsorin erklärte sich bereit, die Gesamtkosten zu tragen. Nun werden die Skulpturen zum Auftakt des 125. Domjubiläums am Donnerstag, 28. Juni, eingeweiht (siehe Festprogramm unten). 

Klaus Byner: „Nicht jedem ist ja bewusst, dass alle vier Lübecker Märtyrer nicht nur mit Lübeck verbunden sind. In Hamburg wurden sie getötet. St. Ansgar und die Lübecker Märtyrer in einer Reihe – die Zeugen des Evangeliums aus dem Norden bekommen am St. Marien-Dom eine besondere Kraft.“

Text: Andreas Hüser