07.11.2018

Wo jeder sein kann, wie er ist

Bei der Katholischen Jugend Mecklenburg (KJM) hat eine neue Ära begonnen. Erstmals waren alle Mitglieder eingeladen, den Vorstand des Jugendverbands zu wählen. Das taten sie in einer Vollversammlung am vergangenen Samstag. 

KJM-Team in Teterow
 Sie haben zur Vollversammlung eingeladen, (v.links): Jakob Gaberle, Thorben Knaak, Sarah Dahmann, Geschäftsführer Karl Theißen, Johanna Schmitz, Simon Hannemann.  Foto: KJM

Der Hintergrund: Es gibt im Bistum keine Dekanate mehr. Bisher war die Dekanatsjugend eine wichtige Ebene der KJM-Struktur. Die Dekanatssprecher bildeten bisher den Jugendrat der KJM, der die katholischen Jugendlichen in ganz Mecklenburg vertreten hat. An die Stelle des Jugendrates ist jetzt der KJM-Vorstand getreten. 

Mitglied der KJM sind alle getauften Katholiken, die in Mecklenburg leben und zwischen 7 und 27 Jahre alt sind. Wer mindestens 13 ist, kann jetzt und künftig den KJM-Vorstand direkt wählen – Nämlich in der jährlichen Vollversammlung der KJM. Zum ersten Mal hat eine solche Vollversammlung am Samstag im Gemeindehaus in Bützow getagt. „Wir haben vorher eine Einladung an alle 5.000 Mitglieder verschickt“, sagt Jakob Gaberle, seit Samstag KJM-Vorstandsmitglied. „Es sind dann zwar nur 30 Jugendliche gekommen. Aber wir rechnen damit, dass es sich herumspricht, wer die KJM ist und was wir machen, und dass von Jahr zu Jahr mehr kommen.“ 

Wichtigster Tagesordnungspunkt am Samstag war die Wahl des neunköpfigen Vorstands. Gewählt wurden: Anna Bilderbeck (19) aus Wittenburg, Simon Hannemann (14) aus Stavenhagen. Sarah Dahmann (19) aus Neubrandenburg. Magnus Wohlschon (14) aus Bützow, Johanna Schmitz (17) aus Levitzow, Thade Fächle (15) aus Klein Plasten, Jakob Gaberle (19) aus Ludwigslust, Rebecca Rawald (21) aus Hagenow und Claudia Barkow (20) aus Neubrandenburg.

Sie werden nun die Ziele des Verbands umsetzen. „Wir wollen christliche Werte in der Jugend umsetzen“, sagt Jakob Gaberle. Nächstenliebe, Toleranz und Akzeptanz anderer Menschen gehören dazu. Der Verband soll diese Werte nach außen hin vertreten. Sie sollen aber vor allem unter den „eigenen“ Jugendlichen zu erleben sein. „Zentrales Mittel dafür sind nach wie vor unsere Kurse. Sie geben Jugendlichen einen sicheren Raum, in dem sich jeder wohlfühlen kann, wo jeder sein kann, wie er ist.“ 

Jugendhaus in Teterow bleibt der Ankerplatz

Katholische Jugendarbeit findet zwar weitgehend in den Gemeinden vor Ort statt: in Jugendstunden, in den Religiösen Kinderwochen oder in Messdienergruppen. Aber das „Handwerkszeug“ für Leiter und Helfer gibt es in den Leiterschulungen und ähnlichen Kursen, die die KJM im Bischof-Theissing-Haus anbietet. Allerdings will die KJM auch den entfernt lebenden Jugendlichen entgegenkommen. Es soll auch Kurse an anderen Orten geben. Zum Beispiel den „Knigge-Kurs“ vom 22. bis 24. März in aristokratischem Ambiente im Schloss Dreilützow. Oder die offenen Ferientage im Juli in Neu Sammit. 

Nach wie vor aber ist das Jugendhaus in Teterow der Anlaufpunkt für katholische Jugendliche von Boizenburg bis Ribnitz. Und das gilt nicht nur für das offene Bandfestival „Teterock“, das nicht nur dem Namen nach mit dem freien Gelände des Bischof-Thei­ssing-Hauses in Teterow verbunden und das mittlerweile ein fester Punkt im Kalender der Katholischen Jugend Mecklenburg ist. „Für uns ist es sehr wertvoll, dass es diesen zentralen Punkt gibt. Auch wenn Teterow für einige ziemlich weit ist. Das Haus ist ein Ankerplatz, an dem man festmachen kann“, sagt Jakob ­Gaberle. 

Weitere aktuelle Informationen über die Katholische Jugend Mecklenburg gibt es im Internet unter www.kjm-mecklenburg.de

Text: Andreas Hüser