19.12.2018

Ochse und Esel sind wieder da

In St. Sophien in Hamburg-Barmbek steht eine alte Krippe. Seit 1943 fehlten jedoch zwei Tiere. Pappmaché-Figuren, geschaffen von Beatrice Lipschütz und ihren Schülern, vervollständigen nun die Szene von Jesu Geburt im Stall.

Ruth Prodöhl und Maria Chiara Salamone-Restorff beim Gestalten der Weihnachtskrippe in St. Sophien Barmbek

Ruth Prodöhl (l.) und Maria Chiara Salamone-Restorff beim Gestalten der Weihnachtskrippe in St. Sophien Hamburg-Barmbek. Im Hintergrund die beiden neuen Figuren aus Pappmaché.  Foto: Norbert Wiaterek

Die Weihnachtskrippe in St. Sophien in Barmbek hat Zuwachs bekommen. Erstmals seit vielen Jahren gesellen sich wieder ein Ochse und ein Esel zu den mehrere Jahrzehnte alten Figuren. Die beiden Tiere waren seit den Bombenangriffen im Juni 1943 verschollen. Nun wird die Krippe mit einem Ochsen und einem Esel aus Drahtgestell und Pappmaché komplettiert.

Beide stehen hinter dem Stallgebäude und blicken neugierig auf die Heilige Familie, die Hirten und die Schafe. „Die Figuren hatte ich mit Schülern im Jahr 2012 während einer Projektwoche zum Thema Weihnachten angefertigt“, freute sich Beatrice Lipschütz, die stellvertretende Schulleiterin der Katholischen Sophienschule, über die neue Verwendung der Kunstwerke

„Die Pappmaché-Figuren passen sich gut in die Krippe ein“, findet Ruth Prodöhl, die sich gemeinsam mit Maria Chiara Salamone-Res­torff um die Krippen-Dekoration gekümmert hat. Die Frauen gestalteten einen „Weg zur Krippe“ – mit Pflanzen, Birkenrinde, Tannenzapfen, Kiesel- und gro-ßen Pappmaché-Steinen. Die Heiligen Drei Könige sind auch schon zu sehen, stehen aber noch etwas abseits, machen sich also erst noch auf den Weg zum neugeborenen Heiland. Eine Szene, die an die Lüneburger Heide erinnert. Ruth Prodöhl und Maria Chiara Salamone-Restorff können sich vorstellen, auch in Zukunft die Krippe zu bestimmten Themen zu gestalten. Ideen gebe es genug.

Die alten Krippenfiguren in St. Sophien haben schon viele Weihnachtsfeste erlebt. Michael Kraus hatte sie vor mehr als 100 Jahren angefertigt. Der 1876 geborene Stuckateur und Modellierer stammte aus München und war nach einem Aufenthalt in Amerika zur Hamburger Firma Georg Hulbe, Kunstgewerbliche Werkstätten, gekommen. Eine „große Wohltäterin“, Frau Commerzienrat von Riedemann, soll laut alten Aufzeichnungen die Kraus-Werke der Kirche geschenkt haben. Außerhalb der Advents- und Weihnachtszeit werden die schweren Figuren auf der Orgelempore aufbewahrt.

Text u. Foto: Norbert Wiaterek