24.10.2018

Neuer Bildungsort mit Kapelle

Das Erzbistum Hamburg setzt den Erneuerungskurs fort und erweitert dasTraditionsgymnasium an der Moorweide, die Sophie-Barat-Schule. Der Multifunktionskomplex sowie die Altbausanierung kosten 15 Millionen Euro.

Einweihungsfeier der neuen Sophie-Barat-Schule in Hamburg
Der Eingangsbereich der Sophie-Barat-Schule öffnet sich in ein großzügiges Atrium.  Foto: Christoph Schommer

Das Erzbistum Hamburg hat einen weiteren Schritt zur Sicherung und Modernisierung des katholischen Schulsystems in Hamburg gemacht: Nach Neubau-Investitionen in anderen Stadtteilen hat der größte freie Schulträger in der Hansestadt am 23. Oktober den Neubau der katholischen Sophie-Barat-Schule an der ­Moorweide eingeweiht. Erzbischof Stefan Heße segnete den siebengeschossigen Schulerweiterungsbau.

In den vergangenen Jahren entstand ein zeitgemäßer Multifunktionskomplex für 930 Schüler – mit Klassenräumen, einer Sporthalle, einer Bibliothek und einer Schulkapelle. Der Neubau ersetzt einen 60er-Jahre-Bau, der stark sanierungsbedürftig war und 2015 abgerissen wurde.

Das neue Schulgebäude der Sophie-Barat-Schule an der Warburgstraße
 Auf dem Gelände zwischen Warburgstraße und Neuer Rabenstraße entstand ein zeitgemäßer Multifunktionskomplex für 930 Schüler. Foto: Schommer

Grundlage ist das christliche Menschenbild

„Dieser barrierefreie Erweiterungsbau eröffnet der Sophie-Barat-Schule ganz neue pädagogische Möglichkeiten. Und mit der Schulkapelle setzen wir zudem ein deutliches Ausrufezeichen für eine persönlichkeitsstärkende Bildung auf der Grundlage des christlichen Menschenbildes“, erklärte die stellvertretende Schulleiterin Dr. Gabriele Roosen vor etwa 80 geladenen Gästen.

Das Erzbistum Hamburg investiert rund 15 Millionen Euro in den Erweiterungsbau sowie in die derzeit laufenden Sanierungsarbeiten im Altbau. Der Neubau mit einer Bruttogeschossfläche von fast 4 400 Quadratmetern präsentiert sich als moderner, lichtdurchfluteter Schultrakt mit einer Keramik-Fassade. Der Eingangsbereich der Schule öffnet sich in ein großzügiges Atrium, das sich mit Sitzstufen aus Sichtbeton über zwei Geschosse erstreckt und den Blick durch eine gläserne Front auf den Schulhof freigibt.

Ein Theater- und Musik­raum für Schauspiele und Konzerte bietet Platz für 90 Zuhörer. Im Untergeschoss sind eine 405 Quadratmeter große Sporthalle mit Umkleide- und Sanitärräumen sowie ein Konferenzraum entstanden. Büros und Lehrerzimmer sind  im ersten Obergeschoss des neuen Gebäudes zu finden. In den weiteren Stockwerken haben zehn Klassenräume sowie offene Differenzierungs- und Gruppenbereiche für die pädagogische Arbeit Platz. Die neue Schulkapelle mit 90 Sitzplätzen, Empore und alter Schulorgel erstreckt sich über zwei Etagen. „Gott ist in jedem Augenblick unseres Lebens gegenwärtig – gerade auch in der Schule. Die neue Kapelle ist ein starkes Symbol dafür und lädt Schüler und Lehrer ein, Zeit mit Gott zu verbringen“, freute sich Erzbischof Heße über den Gottesdienstraum, der den besonderen Geist des in der Tradition des Sacré-Coeur-Ordens stehenden Gymnasiums unterstreiche.

„Mit diesem Erweiterungsbau setzen wir unseren Erneuerungskurs im Bildungsbereich fort. Mit den zuletzt erfolgten Neubauten und dieser Erweiterung in Rotherbaum stellen wir das katholische Schulsystem in Hamburg neu und profiliert auf“, erklärte Heße. Der Blick richte sich auch zukünftig stets auf das Gesamtsystem mit seinen verschiedenen Schulformen. „Der überaus schmerzhaften Entscheidung, einzelne katholische Schulen in der Stadt zu schließen, setzen wir ganz bewusst gezielte Inves-
titionsentscheidungen an anderen Standorten entgegen“, so der Erzbischof.

Weiterentwicklung von Standorten

Die dramatische wirtschaftliche Lage erfordere nicht nur einen konsequenten Abbau, sondern zugleich auch eine gezielte Weiterentwicklung von Standorten. „Wir haben eine umfassende Neuaufstellung des katholischen Schulsystems zugesagt – und so kommt es auch. Wir werden alles dafür tun, um das besondere Profil unserer katholischen Schulen zu stärken. Was wir an den Stadtteilschulen in Wilhelmsburg und Billstedt und an den Grundschulen in Bergedorf, Farmsen, Wandsbek und Langenhorn begonnen haben, das setzen wir nun hier an der Sophie-Barat-Schule und demnächst an weiteren Standorten in der Stadt fort“, sagte Heße. Es gehe darum, trotz der wirtschaftlich schwierigen Gesamtsituation, in der sich das Erzbistum befinde, ein zukunftsfähiges, auf solider wirtschaftlicher Lage stehendes katholisches Schulsystem in der Stadt zu verwirklichen, betonte Erzbischof Heße.

Christopher Haep, Leiter Abteilung Schulen und Hochschule im Erzbistum, sagte: „Mit diesem modernen, lichtdurchfluteten Schulbau, der ansprechenden Gestaltung und der großzügigen Öffnung nach außen setzt das Erzbistum einen Rahmen für exzellente Bildung, für guten Unterricht und für ein Miteinander, das von Achtsamkeit und Respekt vor der Würde des anderen geprägt ist.“

Text u. Fotos: Christoph Schommer