02.05.2018

Kinderheim wird nun doch abgerissen

In einem Brief an die Gemeindemitglieder von St. Franziskus auf Nordstrand hat Generalvikar Ansgar Thim den Abriss des Mitte 2015 geschlossenen Kinderheims angekündigt. Die Suche nach Alternativkonzepten sei erfolglos gewesen.

Das Haus St. Franziskus auf Nordstrand
 Nach dem Abriss soll hier Grün wachsen.  Foto: Marco Heinen

Nach der Schließung des Kinderheims St. Franziskus auf Nordstrand im August 2015 kommt die Geschichte des Hauses in diesem Jahr nun zu einem endgültigen Ende. In einem Brief an die Gemeinde, der am vorvergangenen Sonntag im Gottesdienst verlesen wurde, kündigte Generalvikar Ansgar Thim den Abriss an.

Das Erzbistum habe sich „intensiv um eine Nachnutzungsmöglichkeit bemüht“, so Thim. Es seien „sehr viele Gespräche
mit potentiellen Interessenten aus verschiedenen Bereichen in enger Abstimmung mit der Kommune geführt“ worden, doch es sei nicht gelungen, „eine geeignete, finanzierbare Form der weiteren Nutzung der Gebäude zu finden.“ Überdies verschlechtere sich der Zustand der Gebäudesubstanz zusehends. Anfang Mai solle bei der zuständigen Behörde ein Abrissantrag gestellt werden. Wenn die Genehmigung vorliege, könne voraussichtlich in der zweiten Jahreshälfte mit dem Abbruch aller Gebäude begonnen werden. Anschließend werde dort eine Grünfläche entstehen.

Das Kinderheim war aus einem seit 1891 von Thuiner Franziskanerinnen betriebenen Hospital hervorgegangen. Schon ab 1901 wurden dort Kinder zur Erholung aufgenommen; erst ab 1913 wurde es offiziell als Kinderheim genutzt. Mitte der 1980er Jahre ging die Zahl der Kinder im Haus zurück und es wurde verstärkt als Gästehaus für Seniorengruppen, Schulklassen sowie für Priester und Ordensleute genutzt. Das Engagement der Franziskanerinnen endete im Jahre 2006; die drei letzten Franziskanerinnen verließen im März 2010 die Halbinsel. 

Bereits 2006 stand die Einrichtung erstmals vor der Schließung. Die Nachricht davon machte großes Aufsehen und löste scharfe Kritik in den Medien aus. Nicht zuletzt wegen dieses Echos wurde das Schlie-
ßungs-Vorhaben wieder zurückgezogen, 2007 übernahm dann eine Tochtergesellschaft der Caritas Schleswig-Holstein die Trägerschaft. Mit der mangelnden Auslas­tung und dem erheblichen Sanierungsstau wurde 2015 die Schließung begründet. Es gebe weder den Bedarf, noch ein tragfähiges Betriebskonzept, hieß es. Überdies stand ein Investitionsbedarf von 1,7 Millionen Euro im Raum. Auch Gespräche über andere Nutzungskonzepte blieben ohne Erfolg. Die Schließung erfolgte zum August 2015.

Text u. Foto: Marco Heinen