12.12.2018

Gemeinde will ihre Kirchenfenster retten

Wer Werke des deutsch-niederländischen Glaskünstlers Frans Griesenbrock besitzt, nennt einen echten Schatz sein Eigen. Die katholischen Gemeinden St. Maria – St. Vicelin in Neumünster und St. Antonius von Padua in Plön gehören ebenso dazu wie das Momme-Nissen-Haus auf Pell­worm, Gemeinde Maria Meeresstern Brunsbüttel und die Gemeinde Christus König in Marne (Süderdithmarschen). Letztere muss in nächster Zeit etwas tun, damit der Schatz keinen Schaden nimmt.

Kirchenfenster in Christus König Marne
Das Sakrament der Weihe: Der Bischof legt dem Weihekandidaten die Hände auf. Nur wenige der Fenster in Marne zeigen eine solche figürliche Darstellung. Foto: Christus König Marne

Denn die 1974 entstandenen Kirchenfens-
ter sind gefährdet, weil ihnen das Nordseeklima über die Jahre hinweg zugesetzt hat und zerstörerisch wirkende Feuchtigkeit in die Bleiverglasung eingedrungen ist. „Teile sind bereits braun angelaufen und kaputt“, berichtet Diakon Manfred Mahr.

Die Gemeinde hat deswegen eine Spendenaktion gestartet, um den Zyklus „Die sieben Sakramente“ mit 21 Fenstern und das Rundfenster „Christus König – Das neue Jerusalem“ instandsetzen zu lassen. Eine Glaswerkstatt aus Glückstadt soll sie ausbauen, reinigen und reparieren. Außerdem soll eine zusätzliche Glasschicht zur Außenwand der Kirche hin eingebaut werden, um Kondenswasser zu vermeiden und die Kunstwerke künftig besser zu schützen. Die Kos-ten der Sanierung werden auf 31 500 Euro beziffert, von denen noch 22 500 Euro durch Spenden refinanziert werden müssen. 

Gemeindemitglieder haben inzwischen schon rund 130 Firmen in der Region persönlich angesprochen. In einem Spendenbrief beschreibt Pfarrer Joachim Kirchhoff die Kirche als „wichtige Begegnungsstätte für die Ökumene“, die für viele wiederkehrende ökumenische Veranstaltungen im Jahr genau den richtigen Rahmen biete. Und: „Ihre Spende wird helfen, dass unsere Kirche auch weiterhin ein wichtiger kultureller Baustein in Marne sein kann“, so Kirchhoff. Und Diakon Mahr hält fest: „Unsere Fenster sind identitätsstiftend für die Gemeinde und ein Stück Geschichte.“

Text: Marco Heinen/epd

Spendenkonto:
Kath. Pfarrei St. Ansgar, IBAN: DE51 2225 0020 0002 0206 45; Sparkasse Westholstein, Stichwort: „Kirchenfenster- Christus König“