01.06.2016

Malteser Hospiz-Zentrum Bruder Gerhard in Volksdorf feiert sein 25-jähriges Bestehen

Zutiefst gelebte christliche Nächstenliebe

Die Backstein-Villa neben der Volksdorfer Heilig-Kreuz-Kirche beherbergt das Malteser Hospiz-Zentrum Bruder Gerhard. Seit 25 Jahren begleiten von dort aus ehren- und hauptamtlichen Mitarbeiter schwerstkranke und sterbende Menschen in ihrer vertrauten Umgebung. 

Haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiter vor dem Malteser Hospiz-Zentrum. Bruder Gerhard in Volksdorf.
Foto: Malteser

Das Team um Hospizleiterin Corinna Woisin steht auch Angehörigen bei und berät sie. Seit fünf Jahren gibt es zudem Angebote für Kinder, Jugendliche und Trauernde. In enger Zusammenarbeit mit Kooperationspartnern erhalten betroffene Menschen Hilfe. Mit rund 140 ehrenamtlichen Hospizbegleitern ist das Malteser Hospiz-Zentrum eines der größten ambulanten Hospize deutschlandweit. 116 Kinder  und Jugendliche und 1 650 Erwachsene wurden bisher begleitet. „Die Begleitung der Begleiter ist der Grund unseres Erfolgs“, ist Corinna Woisin überzeugt. „Wir tauschen uns monatlich aus und besprechen Erlebtes.“ Auch regelmäßige Fortbildungen gehören zum Angebot. „Wir sind ständig im Kontakt mit unseren Ehrenamtlichen. Nur so gelingt es, dass sie sich auch langfristig für uns entscheiden.“

Das Konzept funktioniert, denn viele Sterbebegleiter sind schon seit vielen Jahren bei den Maltesern aktiv. „Wir haben tolle Menschen, die für uns arbeiten. Unsere Aufgabe ist es, ihnen Raum zu geben und zu hören, was sie bewegt“, so die 50-Jährige. „Nur wer gesund mit dem Thema Tod und Trauer umgeht, kann auch selbst gesund bleiben und anderen helfen“, sagt Woisin. 

Das Hospiz-Zentrum war eine der ersten Einrichtungen in Hamburg, die einen ambulanten Hospizdienst ins Leben gerufen haben. „Wir sind heute ein Teilangebot in der Hospiz- und Palliativlandschaft Hamburgs“, weiß Corinna Woisin. In den vergangenen 25 Jahren hat sich vieles verändert. „Heutzutage begleiten wir die Menschen kürzer als früher“, sagt sie. Rund zwei bis drei Monate stehen Hospizhelfer den Sterbenden bei. Und das nicht mehr nur zu Hause, sondern auch in stationären Einrichtungen.

Auch das Ehrenamt habe sich verändert. Die Helfer kämen heute aus allen Bevölkerungsschichten. Das Durchschnittsalter sei mit rund 40 Jahren deutlich jünger. Ebenso seien inzwischen mehr Männer als früher aktiv, so die Pflegewissenschaftlerin. 

Eine große Herausforderung sei es zugleich, das Haus zu halten und zu erhalten, betont Corinna Woisin. Im Jahr 2000 stand das Landhaus aus dem Jahr 1925 zum Verkauf. Dank des Engagements zahlreicher Förderer unter Peter Gerhartz konnte der Verkauf doch noch verhindert werden. „Und langsam platzen wir  räumlich aus allen Nähten.“

Menschen bis zum Tod zu begleiten sei ein aufopferungsvoller, aber auch ein erfüllender Dienst. „Was hier in 25 Jahren entstanden ist und was hier, meist ehrenamtlich, geleistet wurde, ist zutiefst gelebte christliche Nächstenliebe“, sagt die Leiterin. „Unsere Ehrenamtlichen sind Großspender, mit ihrer Zeit und ihrem Engagement unterstützen sie unsere Arbeit, dafür sind wir sehr dankbar.“ Die Angebote der Trauerbegleitung, wie etwa das Kochen mit Trauernden, das Trauercafé oder die Trauergruppen werden ausschließlich über Spenden finanziert.

Im Herbst gibt es im Malteser Hospiz-Zentrum noch einen Grund zu feiern: der Kinder- und Jugendhospizdienst wird fünf Jahre alt. Dann sind ein Sponsorenlauf und ein buntes Familienfest geplant, zu dem alle Interessierten eingeladen sind, aber auch Ehrenamtliche und Familien, die bisher begleitet wurden. 

Sein 25-jähriges Bestehen feiert die Einrichtung am 10. Juni mit rund 170 geladenen Gästen beim Empfang in der Heilig Kreuz-Gemeinde und anschließendem Sommerfest im Garten des Hospiz-Zentrums.

Text: Stefanie Langos