29.03.2017

Bischofsweihe im St. Marien-Dom

Woher er kommt, wohin er geht

900 Katholiken aus dem ganzen Norden hießen den neuen Weihbischof Msgr. Horst Eberlein auf dem sonnigen Domplatz herzlich willkommen. 

Wie bei einer Diakon- und Priesterweihe legt sich der Geweihte während der Allerheiligen-Litanei zu Boden.  Foto: Kathrin Erbe

In seinen ersten Worten als Bischof – es waren vor allem Dankesworte an die Familie, die Begleiter und Gemeinden in Mecklenburg – erklärte Weihbischof Horst Eberlein die zwei Motive auf seinem Bistumswappen. Links das so genannte Stensen-Herz, rechts das Lamm mit der Siegesfahne Christi. 

Horst Eberlein sagt mit diesen Symbolen, wo er herkommt. Das Lamm ist das Wappenzeichen des Bistums Ermland, der ostpreußischen Heimat seiner Eltern und Vorfahren.  

Mit dem seligen Niels Stensen, dem in Schwerin gestorbenen dänischen Wissenschaftler, , Missionar und Bischof, verbindet ihn seine eigene Heimat Mecklenburg. „Und in Schwerin ist diese Beziehung noch enger geworden“, bekannte der Weihbischof.  Stensen sei auch eine Gestalt, die den Norden mit den Nachbarbistümern verbindet, vor allem mit den Ländern und Kirchen Skandinaviens. 

Auch das bischöfliche Leitwort stammt aus der Feder Niels Stensens. „Iesus, sis mihi Iesus“ (Jesus sei mir Jesus), dieser Satz gilt als das letzte Gebet, das Niels Stensen vor seinem Tod  1686 in Schwerin aufgezeichnet hat. Es  ein mystisches Wort, ein in größte Kürze gefasstes Gebet. Wer nur sagt „Sei mir Jesus“ verzichtet auf alle Prädikate, Titel und Eigenschaften, die man von Jesus aussagen könnte, sondern konzentriert sich ganz auf Jesus selbst.

Auch mit seinem bischöflichen Ring und dem Hirtenstab stellt sich Horst Eberlein in die Tradition mecklenburgischer Bischöfe. Den Ring trug der Schweriner Bischof Heinrich Theissing (1917–1988), der Horst Eberlein vor 40 Jahren zum Pries-ter geweiht hat. Sein Bischofsstab ist der schlichte Stab von Theodor Hubrich (1919–1992), Theissings Nachfolger. Auf dem Stab ist der Gute Hirte abgebildet. Und ein Schaf. „Das erste Schaf, dem sich dieser Hirt zuwendet, bist Du selber“, sagte Erzbischof Stefan Heße in der Predigt. „Und danach kannst Du selber Hirte sein für die vielen Glieder seiner Herde in unserem Erzbistum und für die vielen, die nicht mehr oder noch nicht dazu gehören.“

Weihbischof Eberlein wird Bischof für das ganze Erzbistum Hamburg. Seine neue Aufgabe wird ihn in alle Regionen zwischen Elbe, Nord- und Ostsee führen. Nicht das ganze Bistum, aber eine Mischung aus Katholiken aller norddeutschen Gegenden und aller Herren Länder erwartete den neuen Bischof auf dem Domplatz. „You are Highly Welcome!“ (Sie sind Hochwillkommen!) verkündete ein Schild der nigerianischen Gemeinschaft in Hamburg. Einige Gratulanten kamen sogar  in den Trachten ihrer Heimat. Frikadellen und Franzbrötchen stimmten auf die neue Zeit in Hamburg ein. Nur der Bierstand blieb wenig besucht. Vielleicht lag’s an der Fastenzeit.     

Text: Andreas Hüser