02.08.2017

Erzbischof Stefan zu Besuch im argentinischen Partnerbistum Iguazú

Von Jesus umarmt

Am Anfang war die Freundschaft zwischen Hamburg und Puerto Iguazú ein kleines Pflänzchen. Seither ist viel gewachsen. Wer auch nur die wichtigsten Projekte ansehen will, hat sich viel vorgenommen: So wie Erzbischof Stefan beim ersten Besuch im argentinischen Partnerbistum.

Die Hamburger Delegation mit Erzbischof Stefan zu Besuch bei Familie Ostapiuk in San Pedro
Alle sitzen an einem Tisch. Zu Gast bei Familie Ostapiuk in San Pedro. Die Familie lebt vom Erdbeeranbau. Spender aus Bargteheide haben den Start ermöglicht.   Foto: Erk Werner

Ein Erdbeerfeld einer Familie auf dem Land, musizierende Kinder, ein katholisches Agrarinstitut, eine Nähstube, Kinder, die täglich Milch bekommen, Bauern, die mit kirchlicher Unterstützung Land kaufen können – auf seiner Reise
in das argentinische Partnerbistum hat Erzbischof Stefan viele Projekte besucht, in denen sich Gemeinden und Privatpersonen aus dem Erzbistum Hamburg engagieren. 

Vor allem gab es Gespräche mit den Menschen. Argentinische Pfarrer berichteten von der Arbeit in den großen Gemeinden, in denen sie weite Strecken zu Fuß oder mit dem Bus zurücklegen. Von den Kollekten müssen sie auch ihren Lebensunterhalt bestreiten. Lehrer und Katecheten arbeiten sehr engagiert. Und Ordensschwestern berichteten von ihrem Einsatz für die Armen. Tief bewegt waren die Gäste von den Schilderungen der Menschen, die in einfachen Hütten ohne fließendes Wasser leben müssen, oder den Bauern, die der roten Erde mühsam einen Ertrag abringen. 

Der Hamburger Erzbischof wurde umarmt, gedrückt und die Gastfreundschaft war überwältigend. Viele sagten, dass mit den Hilfen aus Hamburg ein Traum für sie in Erfüllung gegangen sei. Beeindruckend war der tiefe und lebendige Glaube der Menschen, der ihnen Kraft und Hoffnung gibt. Eine Frau, die in einem Nähstubenprojekt neue Perspektiven gefunden hat, erklärte: „Wir fühlen uns von Jesus umarmt.“ Und sie fügte an: „Jesus umarmt aber auch euch, wenn ihr in Beziehung zu den Menschen in Iguazú tretet!“

Erzbischof Stefan feierte mehrere Messen, predigte, sprach zu den Menschen, und alle sangen stimmungsvolle Kirchenlieder zu Gitarrenbegleitung, denn Orgeln gibt es meist nicht.

Drei Schätze im Acker von Iguazú

 In seinen Predigten griff Stefan Heße das Evangelium vom Sonntag auf: „Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem Schatz, der in einem Acker vergraben war. Ein Mann entdeckte ihn. Und in seiner Freude verkaufte er alles, was er besaß, und kaufte den Acker.“ Drei Schätze habe das Land, so der Erzbischof: die Natur mit den atemberaubenden Wasserfällen; die Menschen und ihren Glauben an Jesus Christus. Er bat seine Zuhörer, sich nicht kleiner zu machen als sie sind und immer wieder den Schatz des Glaubens in ihrem persönlichen Acker zu suchen und ihn zu bewahren.

Tief beeindruckt von den Erlebnissen und den Glaubenszeugnissen haben sich die Gäste verabschiedet. Der Arbeitskreis der Bistumspartnerschaft, auf der Reise vertreten durch Dr. Michael Becker, Godehard Wiemuth, Gertrud Theobald und Erk Werner, hofft auf neue Impulse für die Partnerschaft als konkreten Ausdruck der Nächstenliebe: „Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan.“

Text u. Foto: Erk Werner