09.12.2015

Das Jahr der Barmherzigkeit im Erzbistum Hamburg

Vier Heilige Pforten und eine Gefängnistür

Es ist ein Symbol zum Heiligen Jahr, das in diesem Jahr ganz nah zu sehen ist. Am Samstag wird Erzbischof Stefan Heße die Heilige Pforte am Hamburger St. Marien-Dom öffnen, am Sonntag werden auch die Pforten in Kiel, Schwerin und Lübeck geöffnet. 

 

Grau und schlicht: Die Heilige Pforte des Hamburger St. Marien-Doms
ist über den Domherrenfriedhof zu erreichen. Foto: Andreas Schramm

 

Die Heilige Pforte in Schwerin öffnet
sich zur Fußgängerzone hin: Es ist die Tür
der Schweriner Propsteikirche an der
Schlossstraße.          Foto: Bernd Loscher

 

 

Während die Heiligen Pforten in Hamburg und Schwerin kaum verändert werden, waren in St. Nikolaus in Kiel und in Herz Jesu in Lübeck bei Redaktionsschluss noch die Handwerker im Haus. In Kiel sollte bis zum Sonntag eine sonst lange nicht genutzte Tür wieder gangbar gemacht und von außen mit einer dünnen Metallplatte aus Altmessing versehen werden. Auf diese Messingplatte wurde das Logo zum Jahr der Barmherzigkeit geätzt. Innen wird ebenfalls das Logo zu sehen sein, allerdings in Farbe. Drumherum können das Jahr über Projektbeispiele, Veranstaltungen und Ideen zum Thema Barmherzigkeit angebracht und dokumentiert werden.

Heilige Pforte in Lübeck: Das Hauptportal
zur Herz-Jesu-Kirche wird sonst nur zu
besonderen Anlässen geöffnet. 
Foto: Marco Heinen

 

Diese Zellentür, die Propst Franz Mecklenfeld präsentiert, wird Teil der Heiligen Pforte in der Lübecker Propsteikirche Herz Jesu. Sie stammt aus dem ehemaligen Burgtorgefängnis. In Zellen mit solch einer Tür waren die Lübecker Märtyrer
eine Zeitlang eingesperrt. Foto: Marco Heinen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Etwas ganz Besonderes hat man sich auch in Lübeck einfallen lassen. Dort soll das sonst nur bei besonderen Anlässen genutzte Hauptportal so oft wie möglich offen stehen. Innen ist es dann mit einer Verkleidung aus sieben gestaffelten glatten und rauen Holzleisten versehen, die sich auch auf den Innenseiten der beiden Flügeltüren wiederfinden. Die Zahl Sieben steht dabei als abstraktes Symbol für die sieben Werke der Barmherzigkeit im Matthäus-Evangelium, wie Propst Franz Mecklenfeld erläutert, der die Gestaltung zusammen mit dem Architekten Hanno Nachtsheim entwickelt hat. Die Schnittkanten der schlichten Holzleisten sind in Rot gehalten. Korrespondierend zum Hauptportal wird im Vorraum außerdem eine Zellentür aus dem früheren Burgtorgefängnis aufgestellt. Liebe Gottes zum Menschen. Sie kommt in der roten Farbe zum Ausdruck“, erläutert der Propst. Die Zellentür greife die Forderung nach dem Besuch von Gefangenen im Matthäus-Evangelium auf. So erinnere die Zellentür einerseits an die Haft der Märtyrer, andererseits aber auch an die Verpflichtung, zu den Menschen zu gehen, die den Kontakt zur Gemeinschaft benötigen. Letztlich gehe es darum, so Propst Mecklenfeld, „die Türen zu öffnen auf andere Menschen hin.“

Text: Marco Heinen

Termine für die Öffnung der Heiligen Pforten:

Samstag, 12. Dezember, 18.15 Uhr, St. Marien-Dom Hamburg, Pontifikalamt mit Erzbischof Dr. Stefan Heße, Am Mariendom 1, 

Sonntag, 13. Dezember, 10 Uhr, Propstei St. Anna Schwerin mit  Weihbischof em. Norbert Werbs, Klosterstr. 13,

Sonntag, 13. Dezember, 10.45 Uhr, Propstei Herz Jesu Lübeck mit Weihbischof Dr. Hans-Jochen Jaschke, Parade 4, 

Sonntag, 13. Dezember, 11 Uhr, Propstei St. Nikolaus Kiel mit Erzbischof Dr. Stefan Heße, Rathausstr. 5, www.st-nikolaus-kiel.de