06.04.2016

St. Stephanus in Dahme wird renoviert – Hoffnung auf Unterstützung durch Feriengäste

Viel Arbeit am Urlaubsort

Bis zum 90. Weihetag von St. Stephanus in Dahme ist es noch gut zwei Jahre hin. Bis dahin gibt es aber auch noch einiges zu tun, denn schließlich soll die Kirche dann in frischem Glanz erstrahlen – wofür die Gemeinde dringend Unterstützung benötigt.

Rolf Husemann (links) und Helmut Michels zeigen, wo das Wetter den Fenstern zugesetzt hat.  Foto: Marco Heinen

Der „Leuchtturm Christi an der Ostsee“, wie über dem Eingang geschrieben steht, hat so manch salzig-feuchten Seewind auszuhalten und der hat der Kirche auf Dauer auch ganz schön zugesetzt. Zwar wurde klug vorgebaut, als man die kunstvollen Bleiglasfens-ter von Theo M. Landmann seinerzeit mit einer schützenden Außenverglasung versah. Doch inzwischen ist etwa jedes fünfte der rund 350 Außenglas-Elemente beschädigt. Aus diesem Grund sollen die Bleiglasfenster durch eine neue Rahmenkonstruktion dauerhaft gesichert werden. Landmann hat auf den insgesamt 22 großen Fenstern Bibelstellen thematisiert, in denen der See Genezareth eine besondere Rolle spielt. Außerdem hat er die sieben Sakramente dargestellt.

Die Fenster machen den zentralen und aufwendigsten Teil der Sanierung aus, weshalb die großen Giebelfenster sogar erst in einem zweiten Bauabschnitt in Angriff genommen werden sollen. Im ersten Bauabschnitt, der im Frühsommer beginnen soll, stehen neben den Arbeiten an den ebenerdigen Fenstern noch Ausbesserungen an der Außenfassade an, sowohl am Mauerwerk als auch am Beton. Und wenn sich dann im Herbst in Dahme die Urlaubssaison dem Ende zuneigt und die Gottesdienste in der im Vorraum eingerichteten Winterkirche gefeiert werden, soll auch der Kirchraum noch einen neuen Anstrich bekommen. 

Alles in allem werden dafür
Kosten in Höhe von 150 000 Euro kalkuliert. Da St. Stephanus eine Filialkirche ist, kann die Gemeinde nicht mit Geldern des Bistums für die Renovierung rechnen, erläutern Rolf Husemann, Vorsitzender des eigens gegründeten Fördervereins, und Pastoralreferent Helmut Michels. Dank des Fördervereins ist schon eine stolze Summe zusammengekommen. Außerdem beteiligt sich das Bonifatiuswerk mit 20 000 Euro an den Sanierungsarbeiten. Dennoch ist der erste Bauabschnitt noch nicht vollständig refinanziert. „Es fehlen uns für dieses Jahr noch 25 000 Euro“, sagt Rolf Husemann, der selbst in der Immobilien- und Bauwirtschaft tätig ist und sich bestens auskennt (betreuender Architekt ist übrigens der im Erzbistum bestens bekannte Klaus Dörnen). 

Husemann und Michels hoffen, dass sich auch im Bistum Essen noch der eine oder andere Unterstützer findet. Denn es waren Katholiken aus dem Ruhrgebiet, die 1927 einen Kirchbauverein gründeten, um eine Kirche für die Urlaubsgäste zu bauen. Im August 1928 konnte dann eine erste (später abgetragene) Kapelle errichtet werden. Es war immerhin die erste katholische Kirchengemeinde an der Ostsee nach der Reformation. In den 1960er Jahren wurde die Kapelle dann durch St. Stephanus ersetzt. „Wir hoffen, dass sich Gläubige finden, die uns aufgrund dieser Geschichte unterstützen wollen“, so Husemann. So kostet beispielsweise der Jahresbeitrag für eine Mitgliedschaft im Förderverein 50 Euro. 

Und in der Tat, von den 200 bis 250 Gottesdienstbesuchern, die während der Urlaubssaison die Kirchbänke füllen, kommen noch immer sehr viele aus Nordrhein-Westfalen, wie anhand der Autokennzeichen leicht nachzuvollziehen ist. In Sachen Tourismusseelsorge ist Dahme also nach wie vor ein sehr wichtiger Standort an der Ostsee.

Auch direkt vor Ort sammelt der Förderverein für den Erhalt der Kirche. Ein Höhepunkt ist dabei das fast schon traditionelle Orgelkonzert von Prof. Dr. Albert Baers am 9. Juli, für das man sich rechtzeitig Karten sichern sollte.

 

www.fv-st-stephanus-dahme.de