26.01.2015

Noch ist er Generalvikar in Köln – Bischofsweihe und Einführung am Samstag, 14. März

Stefan Heße wird Erzbischof von Hamburg

Stefan Heße, der künftige Erzbischof von Hamburg, ist jung, kommt aus Köln und gehört zu den Aufsteigern in der katholischen Kirche in Deutschland. 

Noch ist er Kölner. Stefan Heße wird Erzbischof von Hamburg.   Foto: Robert Boecker

Am Montag gab das Domkapitel des Erzbistums Hamburg die Entscheidung bekannt. Der 48-jährige Kölner Generalvikar wird nach Ludwig Averkamp und Werner Thissen der dritte Erzbischof von Hamburg. Drei Namen standen auf der Liste, die das Hamburger Domkapitel vor zwei Wochen aus Rom bekommen hat. Für einen Kandidaten durften sich die sieben Domkapitulare entscheiden. So sieht es das Kirchenrecht vor. Da der Vorgang geheim ist, kommt nur einer der drei Namen in die Öffentlichkeit: der des Gewählten. Stefan Heße hat die Wahl angenommen, der Papst hat sie bestätigt. 

Am 14. März wird der Geistliche im Hamburger St. Marien-Dom in einem feierlichen Pontifikalamt in sein Amt eingeführt und in der gleichen Feier zum Bischof geweiht.

Stefan Heße gehört zu einer jungen Generation von „Hoffnungsträgern“ in der deutschen katholischen Kirche. Er gilt als guter Organisator, offen für den Dialog innerhalb und außerhalb der Kirche, und als Kenner und Freund der Medien. Immerhin war er zehn Jahre lang Rundfunk- und Fernsehbeauftragter seines Bistums und Mitglied des WDR- Rundfunkrats. 

Erst 2012 wurde Heße von Kardinal Joachim Meisner zum Generalvikar (Chef der Bistumsverwaltung) des Erzbistums Köln ernannt. Als Kardinal Meisner am 24. Februar 2014 in den Ruhestand trat, wählte das Kölner Domkapitel Stefan Heße zum Diözesanadministrator. Spätestens danach wurde er – neben dem Trierer Bischof Stephan Ackermann und dem Essener Bischof Franz-Josef Overbeck als „heißer Kandidat“ für die Nachfolge des Kardinals auf dem Kölner Bischofsstuhl gehandelt. Es kam anders: Kardinal Rainer Maria Woelki kehrte von Berlin in seine Kölner Heimat zurück – und bestätigte sofort Stefan Heße in seinem Amt als Generalvikar. Die Wahl zum Hamburger Erzbischof habe ihn „zugleich berührt und innerlich aufgewühlt.“ Nach einigen Tagen habe er sich entschieden: „Ich will meine Heimat im rheinischen Köln verlassen und zu Ihnen in den Norden Deutschlands aufbrechen“, sagt der künftige Erzbischof in einer Botschaft, die der Hamburger Dompropst Franz-Peter Spiza am Montag im St. Marien-Dom verlas. 

Am 20. Januar hat Papst Franziskus Stefan Heße zum Erzbischof von Hamburg ernannt. Am Montagmittag wurde die Ernennung zeitgleich in Rom, Köln und Hamburg verkündet. 

Text: Andreas Hüser