04.10.2017

Kieler Franziskanerinnen stehen Rede und Antwort

Ruhe gibt es nur im Räuberzivil

Die drei Franziskanerinnen vom Haus Damiano in Kiel erläuterten Gästen, wie sie zu Ordensschwestern wurden und wie das ganz praktische Leben in einem Gästekloster aussieht.

Die Kieler Franziskanerinnen Sr. M. Juliane, Sr. M. Magdalena u. Sr. M. Klara stehen Rede und Antwort

Sr. M. Juliane, Sr. M. Magdalena und Sr. M. Klara (v. li.) standen Rede und Antwort  Foto: Jennifer Ruske

Wie wird man eigentlich Nonne? Ist man als Schwester im Kloster angestellt? Gibt es Gehalt und Urlaub? Und wie verläuft eigentlich ein Tag im Kloster? Sehr wissensdurstig zeigten sich Kieler Besucher beim Thema Kloster, Schwestern und Co. – und fanden Antworten bei der Veranstaltung „Um Himmels Willen: Was Sie eine Franziskanerin schon immer mal fragen wollten“, zu der die drei Schwestern des Hauses Damiano kürzlich eingeladen hatten. 

Die Schwestern haben ihr Leben Jesus gewidmet, tragen Ordenstracht und leben im Gästekloster: Sehr viel mehr wissen die meisten Menschen im evangelisch geprägten Norden nicht über Nonnen. Das macht sich besonders im Café unter dem Kirchenturm bemerkbar, weiß Schwester Maria Magdalena: „Seitdem wir das Café eröffnet haben, werden wir von den Gästen immer öfter zu unserem Leben befragt“, erzählt sie. Weil das Interesse so groß ist, luden die drei zur Fragestunde ein. Und die kam gut an.

Von überall her kommen die Menschen, mal für ein Wochenende, mal für einen längeren Besuch. Sie leben mit den Schwestern, besuchen die Gottesdienste, suchen das Gespräch. Ihre Arbeit sehen die Franziskanerinnen als Berufung. „Angestellt oder verbeamtet sind wir nicht“, sagt Schwester M. Klara. Auch ein Gehalt in engerem Sinne gibt es nicht. „Wir haben einen Etat für das Haus Damiano, den das Mutterhaus zur Verfügung stellt“, erläutert sie. Für sich selbst gibt es pro Schwes-ter ein Taschengeld von 20 Euro. „Damit kaufen wir Busfahrkarten, Zahnpasta oder auch mal ein Eis“, sagt Schwester Klara. „Oder Pralinen.“ Für die schwärmt Schwester Maria Magdalena.

Neben dem regelmäßigen Tagesablauf, der aus Gebeten, der Vorbereitung auf Gottesdienste und der Arbeit im Gästekloster besteht, haben die Schwestern auch mal frei oder Urlaub. Die Zeit nutzt Schwester Juliane, um zu lesen, Schwester Maria Magdalena geht in Kino oder trifft sich mit Freunden und Schwester Klara liebt Spaziergänge an der Ostsee, wo sie Steine sammelt. „In der Freizeit sind wir im Räuberzivil unterwegs, um eine Zeit der Ruhe zu erleben“, sagt Schwester Maria Magdalena. „Denn in Ordenstracht werden wir häufig angesprochen.“     

Text u. Foto: Jennifer Ruske