17.01.2018

Die 45. Sankt-Ansgar-Woche im neuen Gewand

Persönliche Einladung per Post

Bewährtes Konzept, doch mit abgespecktem Programm und neuen Akzenten: „Miteinander hier – füreinander da“, lautet das Motto der 45. Sankt-Ansgar-Woche, das die vielen Kulturen der Hamburger Kirche mit in den Blick nimmt.

Prof. Winfried Adelmann mit dem Plakat der Ansgar-Woche neben der Ansgar-Statue auf dem Domplatz
Prof. Winfried Adelmann neben der Ansgar-Statue auf dem Domplatz.  Foto: Monika Sendker

Den Auftakt zur diesjährigen Sankt-Ansgar-Woche macht erstmals ein Fest der Kulturen unter Beteiligung der fremdsprachigen Missionen am 27. Januar in der Gemeinde Heilig Kreuz in Neugraben. Das ist nicht von ungefähr die Gemeinde von Winfried Adelmann, dem neuen Vorsitzenden im Ansgar-Ausschuss. 

Eigentlich ist Winfried Adelmann (58) Lehrer. Er hat an der Katholischen Schule Altona Musik, Religion und Mathematik unterrichtet, nach einer Fortbildung ist er dort seit fünf Jahren als Schulseelsorger tätig. Nebenberuflich ist er seit 2006 Professor für Stimmwissenschaften, Methodik und Didaktik des Gesangs an der Hochschule für Musik und Theater in Hamburg. Dabei ist er selbst ein leidenschaftlicher Sänger und als Tenor für viele Auftritte gebucht. „Ich möchte durch meinen Gesang die Menschen für Jesus begeistern“, sagt er. 

Hermann Huck übergab nach 18 Jahren das Amt

Im Ansgar-Ausschuss, der die jährliche Woche rund um den Todestag des Bistumspatrons am 3. Februar vorbereitet, ist er als Vertreter des Dekanates Harburg. Im vergangenen Jahr hat er dort die Nachfolge von Hermann Huck übernommen, der 18 Jahre den Vorsitz innehatte. Für Adelmann war klar: „Wenn die Ansgar-Woche eine Zukunft hat, wenn das Pastoralforum Hamburg sich also dafür entscheidet, die Woche weiterzuführen, dann will ich gerne Verantwortung übernehmen.“ 

In einem kleinen Team gemeinsam mit Msgr. Peter Mies, Dompfarrer und Dekan für Hamburg, hat Adelmann das bewährte Programm ”relauncht“. Weggefallen ist dabei der Pfarrgemeinderatstag: „Wir müssen erst mal abwarten, wie sich die Pastoralen Räume entwickeln“, so Adelmann. Seine Idee: Die Pastoralen Räume in Hamburg sollten künftig reihum etwas zur Woche beitragen. „Wenn es Veranstaltungen gibt, die in Gemeinden klasse laufen, sollte man sie auch auf größerer Ebene anbieten.“ 

Das Fest der Kulturen ist dafür ein erstes Beispiel: Schon zu Pfingsten des vergangenen Jahres hatte die Gemeinde Heilig Kreuz in Neugraben ein solches Fest organisiert. Mit Erfolg! „Wir haben so viele Gemeindemitglieder mit ausländischen Wurzeln, und alle haben etwas mitgebracht – entweder etwas zu essen, Musik oder Tanz. Das war toll.“ Das wünscht sich Winfried Adelmann nun auch als Auftakt zur Sankt-Ansgar-Woche. „Und dadurch, dass wir die Woche dezentralisieren, erreichen wir zudem mehr Katholiken und verankern uns noch mehr in der Stadt“, hofft der neue Ansgarausschuss-Vorsitzende. 

Jugendtag, Familientag, Tag für alle Generationen

Als geistiges Signal wird es zu Beginn der Woche erstmals ein kurzes Ansgar-Gebet in den Gottesdiensten geben – das war ein Vorschlag des Pastoralforums. Und jugendlicher soll die Woche wieder werden. Früher gab es den Familientag. In diesem Jahr findet erstmals ein Jugendtag rund um den St. Marien-Dom statt. Um dafür zu werben, hat der Ansgar-Ausschuss alle Jugendlichen zwischen 14 und 18 Jahren persönlich angeschrieben: Knapp 6 000 Postkarten wurden verschickt. Winfried Adelmann ist gespannt auf die Rückmeldung

Geplant sind Aktionen mit den Mitgliedsverbänden des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend, die sich ein Gespräch mit Erzbischof Stefan Heße und einen Jugendgottesdienst mit Weihbischof Horst Eberlein vorstellen. Wenn alles gut läuft, könnte der Jugendtag alle zwei Jahre stattfinden, vielleicht im Wechsel mit einem Familientag oder einem „Tag für alle Generationen“, überlegt Winfried Adelmann. Nähere Informationen entnehmen Sie bitte der Internetseite: https://www.ansgarwoche.de/ 

Die Sankt-Ansgar-Woche sieht er nicht als Aushängeschild der Kirche nach außen. Vielmehr sei sie eine Selbstvergewisserung der katholischen Christen. Und zum aktuellen Motto gilt für ihn: „Wir sind hier in Hamburg aus vielen Nationen – und wir sollten auch füreinander da sein.“

Text u. Foto: Monika Sendker