27.02.2014

Orden aus dem westafrikanischen Togo gründet Konvent im Norden

Neue Heimat in Heide

Von Westafrika nach Heide: In der Pfarrgemeinde St. Josef ist am vergangenen Sonntag ein Konvent des Instituts des Soeurs de Nôtre-Dame de l’Église gegründet worden.

Weihbischof Hans-Jochen Jaschke zelebrierte den Festgottesdienst, bei dem auch Vertreter der Stadt und der evangelischen Kirche Grußworte sprachen. „Heute spüren wir hier in Heide, wie Kirche ein weltweites Netz von Menschen ist“, so Jaschke. 

Er hatte zunächst etwas zu heilen, was gewissenlose Menschen verbrochen hatten: In der Nacht von Freitag auf Samstag war in die Kirche und die Räume der Gemeinde eingebrochen worden, wobei erheblicher Sachschaden entstand. Vor allem aber schmerzte, dass die Einbrecher den Tabernakel zu Boden warfen und beschädigten. Weihbischof Jaschke setzte dem Frevel Gebet und Weihwasser entgegen. Wie sehr der Einbruch jedoch die Menschen berührte, ließ sich in einem Moment sehr gut erahnen: Als die Lektorin die Fürbitten verlas und auch die Einbrecher einbezog, wurde ihre Stimme für einen Moment brüchig.

Doch der vergangene Sonntag, er sollte vor allem „ein Tag der Freude, der Ermutigung“ sein, so Jaschke, der später noch eine Marienstatue segnete, die ein Mitglied der Pfarrei für die Kapelle der Schwestern gestiftet hatte. Besuch hatten die drei Schwestern – Konventsoberin Juliette-Benoît Nyadjo (48), Emée-Lina Neglokpe (52) und Patience Anador (32) – von ihrer Generaloberin Cathérine Agnes und der Schwestern Bertille und Jacqueline aus Togo sowie von Schwester Consolata aus Frankreich und Edwige-Gracia aus Italien bekommen. Außerdem waren Verwandte angereist. Schwestern und Angehörige gaben nicht nur in der Kirche eine musikalische Einlage nach togolesischer Tradition, sondern auch im Anschluss an die Messe – sehr zur Freude der Gemeindemitglieder.

Im Gottesdienst hatte Schwester Béatrice Bödiker RSCJ die Schwestern namens des Ordensrates auf Französisch und Deutsch begrüßt. Sie erinnerte daran, wie schwer es  ist, eine Mission in einem fremden Land aufzubauen. An die Generaloberin gewandt sagte Schwester Béatrice, sie möge engen Kontakt zu den drei Schwestern halten: „Sie leben weit weg vom Zentrum ihres Ordens und bedürfen ihrer besonderen Fürsorge“, sagte die Sprecherin des Ordensrates des Erzbistums.

Pfarrer Orphée-Honorat Adjayi Agbahey, der selbst aus Togo stammt, hatte sich maßgeblich und mit Nachdruck für die Gründung des Konvents eingesetzt. Vier Jahre währten die Bemühungen, vom Beginn des Apostolats bis zur Errichtung der Kommunität, ein Projekt, das in Heide das sonst übliche Gemeindeprojekt ersetzt. Die Schwestern Juliette-Benoît und Patience arbeiten im Gemeindezentrum in Itzehoe, Schwester Emée-Lina bleibt in Heide, wo die drei im Pfarrhaus leben.

216 Schwestern gehören dem Orden an, der in Heide nun seine erste deutsche Niederlassung hat.

Text und Fotos: Marco Heinen