07.09.2017

Das Teterock 2017 im Teterower Koppelberg

Musik macht Hoffnung

Erst „Heilig, heilig“ singen und dann zu „Born to be Wild“ tanzen. Das war das Teterock 2017 im Teterower Koppelberg. Am Wochenende feierte die Katholische Jugend wieder dieses Rock-Festival – mit christlichen Bezügen.

Die Band Garage 313 auf der Bühne beim Teterock
Bassist Erik Fricke gehörte selbst mal zum BTH. Mit Garage 313
kehrte er zurück.  Foto: Wolff

„Ich sehe heute Abend viele Damen in Übergangsjacken. Da, da, da und da“, ruft Simon Nowitzki, Gitarrist der Ska-Band Matthew Graye, in sein Mikrofon. „Zieht die doch mal aus und…“ – „Ausziehen?“, unterbrach ihn das Pub-
likum. „Moment, das habt ihr jetzt gesagt“, lachte der Musiker. Die Leute sollten die Jacken ja nur zum Lied „Monika“ über den Köpfen schwenken. Das Publikum spielte mit – die Stimmung war bombig. Matthew Graye wissen, wie man die Katholische Jugend Mecklenburg (KJM) bei Laune hält. Kein Wunder: Am Samstag waren sie schon das dritte Mal dabei. Und dieses Mal waren die acht Jungs aus Hildesheim und Hannover der Headliner. 

Die KJM war Veranstalter des Rockmusik-Festivals Teterock im Bischof-Theissing-Haus. Das bedeutet, dass fast alle Besucher jugendlich, aber mitnichten alle katholisch waren. Doch wer christliche Bezüge suchte, konnte sie finden. Das Essen und die Getränke waren teilweise fair – sowohl von den Preisen her als auch von der Produktionsweise her, Eintritt war frei, und dann waren da noch die Gottesdienste und Andachten. Teilnahme war freiwillig und Jugendpfarrer Alexander Görke betonte stets, dass Gebete nicht mitgebetet werden müssen. Den Hauptgottesdienst haben die Veranstalter aber nicht zum Abschluss gefeiert, sondern schon am Samstagmittag. Ein unaufdringlicher Wortgottesdienst: Die KJM-Big-Band unter der Leitung von Pastor Johannes Zehe begleitete und sang die modernen Kirchenlieder. Die Besucher saßen auf Decken. Alexander Görke bat die Gottesdienstbesucher aufzuschreiben, was Musik für sie ist. „Musik ist für mich Musik in meinen Ohren“, schrieb jemand auf einen der postkartengroßen Zettel, die auf den Decken lagen.

„Ich weiß, wie gut das Essen hier schmeckt“

Für andere ist Musik Geborgenheit, Entspannung oder auch Hoffnung. „Und da wo Hoffnung ist, ist Gott“, verband Görke die Rockmusik mit dem christlichen Glauben.

Musik und damit auch Gott waren das ganze Wochenende über zugegen: Jonethen Fuchs & the Woods, Movimento, Unpainted Blue und B6BBO traten bereits am Freitag auf. Samstagvormittag ging es auf der kleinen Bühne weiter und am Abend lockten Garage 313 aus Neubrandenburg das Publikum vor die Bühne. Keine dankbare Aufgabe, zumal es kurz vorher erst Abendessen gab. 

Bassist Erik Fricke gab sich aber verständnisvoll: „Ich war vor sechs Jahren hier FSJ-ler, von daher weiß ich, wie gut das Essen hier schmeckt.“

Text u. Foto: Alexandra Wolff