29.11.2017

Lothar Obst ist mit seiner Krippenausstellung in Mölln zu Gast

Mit Liebe zum Detail

Lothar Obst zeigt in Mölln seine Krippen-Sammlung und berichtet in einer Reihe von Vorträgen allerlei Wissenswertes, sowohl über Brauchtum und Legenden als auch über den historischen Hintergrund der heiligen Nacht.

Lothar Obst mit Krippenfiguren des peruanischen Künstlers Hilario Mendivil
Lothar Obst zeigt in der Krippenausstellung auch diese Figuren des peruanischen Künstlers Hilario Mendivil.  Foto: Marco Heinen

Lothar Obst (61), Krippenfreund aus Mölln, hat in den vergangenen Jahren zahlreiche Krippen aus aller Welt gesammelt. Bis zum 28. Dezember stellt er etwa 70 Stücke seiner Sammlung im Stadthauptmannshof in Mölln­ aus. Es ist nicht das erste Mal, dass der frühere Geschäftsführer des St. Adolf-Stifts in Reinbek so eine Ausstellung organisiert. Den größten Erfolg hatte er 1984 gleich mit der ersten Ausstellung. 

Damals war er noch Leiter der Schul- und Kulturabteilung der Stadtverwaltung Mölln. „Mein Bruder hat damals in Würzburg studiert und dort eine Krippenausstellung gesehen“, erinnert sich Obst. Der Bruder machte den Vorschlag, Krippen doch mal im Norden zu zeigen. Schon bald ergab sich ein Kontakt zu Bamberger Krippenfreunden. Nach anfänglicher Skepsis der Möllner Stadtoberen kam die Ausstellung im Rathaus zustande – und zog binnen weniger Wochen über 16 500 Besucher an. „Das waren mehr Besucher als die Stadt damals Einwohner hatte“, sagt Obst. Gezeigt wurde die ganze Bandbreite dessen, was es auf diesem Gebiet gibt, mit großen, liebevoll gestalteten Dioramen (Schaukästen) und zeitgenössischen Interpretationen des Themas. Maria und Josef auf der Flucht über die damalige Grenze zwischen DDR und Bundesrepublik war so eine Darstellung.

Krippen zeigen oft heimische Szenerien 

Denn Krippen kennen mehr als nur die Stallszene mit Maria und Josef, dem Jesuskind und den drei Königen. Es gibt unzählige Variationsmöglichkeiten der Darstellung der heiligen Nacht. „Oft holen die Krippenbauer das Geschehen in die heimische Umgebung“, erläutert Obst. Die Herbergssuche kann vor einem Hotel in Bamberg angesiedelt sein und die Krippe in einer mittelalterlichen Burg stehen.

Lothar Obst, der sich seit 1984 zu den Krippenfreunden zählt, hat in seiner Sammlung Exemplare aus der ganzen Welt, darunter aus Tansania sowie aus Mittel- und Südamerika. Seine Ausstellung, die am ersten Advent um 11.30 Uhr im Stadthauptmannshof eröffnet wird, begleitet der Katholik mit acht Vorträgen, in denen er über Brauchtum und Legenden (7.12., 18.30 Uhr), Marias und Josefs tatsächlichen Weg (9.12., 15.30 Uhr), Franz von Assisi als Wegbereiter der Weihnachtskrippe (14.12., 18.30 Uhr) oder historische Rahmenbedingungen (16.12., 15.30 Uhr) berichtet (alle Vorträge unter­ www.kulturportal-herzogtum.de­/­veranstaltungen). „Meine Absicht ist es, den Menschen zu vermitteln, dass das Thema Weihnacht von sehr unterschiedlichen Perspektiven aus gesehen werden kann“, so Obst.

Unter den Besuchern von 1984 war übrigens auch Hilke Ehlers (74) aus Bordesholm. „Es hat mich interessiert, wie Menschen anderer Kulturen die Geschichte der Bibel darstellen“, erzählt sie. Die oftmals besonders liebevollen Darstellungen in der christlichen Volkskunst faszinieren sie. Ehlers nennt inzwischen rund 1 300 Krippen aus aller Welt ihr Eigen. Kein Wunder, dass es da ebenfalls zu einigen Ausstellungen reicht (bis 17.12. im Heimatmuseum Brunsbüttel, vom 9.12. bis 7.1. im Museum im Gewölbe­keller Bordes­holm sowie vom 9. bis 17.12. in der Klosterkirche Preetz).

Stadthauptmannshof Mölln, Hauptstr. 150; Geöffnet Mo.-Fr. von 8–13 Uhr sowie Sa. und So. und am 25.–28. 12. von 14–18 Uhr. Der Eintritt ist frei.

Text u. Foto: Marco Heinen