09.08.2017

Hochschulpfarrer Pater Thomas Ferencik fährt neuerdings einen Elektro-Roller

Mit dem Fahrtwind im Gesicht

Immer mehr Dieselwagen verpesten die Luft. Über Software-Updates und Fahrverbote wird derzeit heftig diskutiert. Da hat Hochschulpfarrer Pater Thomas Ferencik hat gut lachen: Er fährt neuerdings einen Elektro-Roller.

Pater Thomas Ferencik mit seinem neuen Elektro-Roller

In voller Montur: Pater Thomas auf seinem neuen E-Roller.  Foto: Ronald A. Wessel

Es ist vor allem der Schadstoffausstoß von immer mehr Dieselfahrzeugen auf Deutschlands Straßen, der die Luft in den Städten mit Stickoxiden und Feinstaub belastet. Darüber hat sich auch der Hamburger Hochschulpfarrer Pater Thomas Ferencik (52) Gedanken gemacht. Jetzt hat er eine willkommene Alternative entdeckt: Er fährt einen Elektro-Roller.

„Das Bewusstsein für den Umweltschutz, auch in der Kirche, muss noch weiter wachsen. Die Frage ist: Wo fängt man an? Da sind schon die kleinen Schritte wichtig“, sagt der Franziskaner. Seit einem dreiviertel Jahr lässt er sein Auto – übrigens auch ein Diesel – meistens in der Garage stehen: Für die kleinen Fahrten durch die Stadt kommt jetzt der Roller zum Einsatz. Stecker rein, aufladen, Motorradkoffer drauf, den 80-Liter-Rucksack auf den Rücken geschnallt, so fährt der Hochschulpfarrer neuerdings zum Einkaufen. Auch Getränkekisten kann er so problemlos transportieren. 

Positiver Nebeneffekt: Staus sind für den Ordensmann Geschichte: „Ich genieße den Fahrtwind und die Mobilität, wenn andere im Stau stehen, eben mal überholt oder über eine Kreuzung geschoben, schon geht’s weiter“, sagt er. Gerade mal zehn Minuten brauche er vom Univiertel zum Generalvikariat, mit dem Auto wäre die Zeit doppelt so lang. Und als zum G-20-Gipfel Anfang Juli viele Strecken gesperrt wurden und nichts mehr ging auf Hamburgs Straßen, habe er in 20 Minuten die Innenstadt bis nach Eilbek durchquert. 

Mit zwei Batterien ist sein Elektro-Roller ausgestattet. Eine Batteriefüllung reicht für 37 Kilometer, so seine Erfahrung, „das ist in der Stadt ok“. Zudem funktionieren die beiden Batterien im Wechsel, damit kommt er dann auf 70 Kilometer. Eines gelte es allerdings zu beachten, warnt Ferencik: „Für alle Fahrradfahrer wird man zur Gefahr, denn der Roller ist völlig geräuschlos, die Fahrradfahrer hören einen nicht. Da muss man schon aufpassen beim Überholen.“

Sein Fazit nach den ersten Touren: kein Gestank, kein Geräusch, die Elektrokosten belaufen sich auf 99 Cent pro 100 Kilometer. „Und man ist einfach schneller!“ Neuerdings melden sich bei ihm sogar schon Studenten an, um ihn beim nächsten Einkauf zu helfen. Wenn der Hochschulpfarrer mit seiner Gemeinde jedoch größere Touren unternimmt, wird er wohl wieder sein Auto aus der Garage fahren müssen.

Text: Monika Sendker