19.02.2014

Alten- und Pflegeheim in Wilhelmsburg soll zugleich verkauft und erweitert werden

Maximilian-Kolbe-Kirche wird abgerissen

Wilhelmsburg (ms). Die St. Maximilian-Kolbe-Kirche in Hamburg-Wilhelmsburg soll abgerissen werden – und das sorgt vor allem bei Denkmalschützern für Unmut. Der Bau ist so marode, dass eine Sanierung der Gemeinde St. Bonifatius, zu der St. Maximilian Kolbe gehört, zu teuer käme: Rund 400 000 Euro werden für die Instandsetzung von Dach und Beton geschätzt. Die Gemeinde nimmt deshalb „wirtschaftliche Unzumutbarkeit“ für sich in Anspruch, um den denkmalgeschützten Bau abreißen zu lassen. Der Priesterrat des Erzbistums habe inzwischen den Abrissplänen zugestimmt, ein Datum für den Abriss und ein Dekret für die Profanierung lägen jedoch noch nicht vor, informiert Bistums-Sprecher Manfred Nielen auf Nachfrage.

Umbaupläne gibt es zudem für das benachbarte Alten- und Pflegeheim St. Maximilian-Kolbe an der Kriterstraße. Die Einrichtung, die ebenfalls im Besitz der Gemeinde ist, soll zudem an einen anderen katholischen Träger verkauft und dann erweitert und modernisiert werden. 

Die St. Maximilian-Kolbe-Kirche wurde ab 1972 von dem Architekten Jo Filke aus Bremerhaven gebaut, 1974 wurde sie eingeweiht. Aufgrund der ungewöhnlichen Spiralform des Turms gilt der Bau aus Sichtbeton nach Einschätzung des Denkmalschutzamtes als charakteristischer Kirchenneubau der 70er Jahre. 

„Von innen ist der Kirchenbau einer der schönsten Hamburgs, von außen sicher der ungewöhnlichste“, sagte Klaus Lübke (SPD), Fachsprecher für Denkmalschutz im Bezirk Hamburg-Mitte, dem „Hamburger Abendblatt“. Der Verlust sei deshalb nicht nur für die katholische Gemeinde groß, ist er sich sicher. Er könne sich deshalb eine Nutzung des Gebäudes als Stadteilkulturzentrum vorstellen.