04.10.2017

Erstmals können die Katholiken im Erzbistum Hamburg online ihre Pfarrgremien wählen

Kirchenwahlen mit der Maustaste

Im November sind 55 000 Katholiken im Norden zur Wahl ihrer Pfarrgremien aufgerufen. Es sind die ersten drei Pastoralen Räume, die schon Pfarreien wurden. Was dabei ganz neu ist: Zum ersten Mal gibt es eine Online-Wahl per Internet. 

Kandidaten für die Gemeindewahl auf dem Tablet
Hier stellen sich die Kandidaten der Gemeindegremien vor. Wählen kann man sie später per Mausklick. | Foto: Hüser

Die Hamburger Pfarreien Seliger Johannes Prassek und Katharina von Siena sowie die Pfarrei Franz von Assisi Kiel sind die Vorreiter. Zum ersten Mal wählen die Katholiken in diesen drei Pfarreien ihre Kirchenvorstände und die Gemeindeteams nach neuem Muster.

Den Kirchenvorstand, der für das „Geschäftliche“ einer Pfarrei zuständig ist, gab es immer schon. Neu sind die Nachfolge-Gremien des Pfarrgemeinderats. „Vom Volk“ gewählt werden Mitglieder der Gemeindeteams. In der Pfarrei Johannes Prassek sind das fünf Gemeindeteams für fünf Gemeinden. Aus diesen fünf Teams formiert sich der „Pastoralrat“ auf Ebene der Pfarrei. Mittlerweile stehen die Kandidatenlisten in den drei Pfarreien (einsehbar im Internet www.erzbistum-hamburg.de). 

Ganz neu ist die „Online-Wahl“. Die Wähler können dabei im Internet ihre Kandidaten „anklicken“. „Vorher aber bekommen alle Wahlberechtigte einen Brief mit ihren Zugangsdaten“, erklärt Sonja Czolbe, Ansprechpartnerin für die Gemeindewahlen. 

Alle Wahlberechtigten werden angeschrieben

Mit einem Code kommen die Wähler zu den „Stimmzetteln“ im Netz. Es gibt eine Kandidatenliste für den Kirchenvorstand. Etwas komplizierter ist die Wahl der Gemeindeteams. In Kiel etwa bilden sich sechs davon, darunter die Teams der „Katholischen Studierendengemeinde“ und der polnischen Mission. „Alle Wähler können frei entscheiden, welches Gemeindeteam sie wählen wollen“, sagt Sonja Czolbe. Wer im Kieler Westen wohnt, kann auch das Gemeindeteam „Kiel Ost-ufer“ wählen. 

Neben der online-Wahl ist aber auch Briefwahl möglich. Das Anschreiben enthält einen Abschnitt, womit die Katholiken die  Briefwahlunterlagen anfordern können. Was es nicht mehr gibt, ist ein gemeinsamer Wahlsonntag. Drei Wochen lang, vom 4. bis 26. November, ist das virtuelle Wahllokal geöffnet. 

„Wir hoffen, dass wir mit der Online-Wahl eine deutlich höhere Wahlbeteiligung bekommen“, sagt Christian Wode, im Generalvikariat zuständig für Kommunikation. Denn die Wahlbeteiligung bei Gemeindewahlen (5,7 Prozent im Jahr 2010) waren zuletzt sehr dürftig.

Text u. Foto: Andreas Hüser