08.11.2017

Intensive Begegnungen beim 6. Interreligiösen Frauenbegegnungstag in der Blauen Moschee an der Außenlaster

Im Gebet über Grenzen hinweg nahe

Mit einem Friedensgebet ist der 6. Interreligiöse Frauenbegegnungstag in der Blauen Moschee in Hamburg zu Ende gegangen. Rund 180 Frauen aus fünf Religionen brachten dort ihre Erfahrungen zum Thema Gebet zur Sprache.

Frauen im Podiumsgespräch in der Blauen Moschee an der Außenlaster
Frauen im Podiumsgespräch.  Foto: Islamisches Zentrum Hamburg

„Begegnung im Gebet“ war der Tag in der Blauen Moschee überschrieben, zu dem das Interreligiöse Frauennetzwerk Hamburg  geladen hatte. Wie andere Religionen beten, konnten die Teilnehmerinnen schon im Vorfeld erleben: Viele nutzten die Gelegenheit, um in den Tagen zuvor an religiösen Feiern der anderen Religionen teilzunehmen. 

„Ich habe regelmäßig ein Date mit Gott“

Im Podiumsgespräch ging es dann beim Begegnungstag um die Bedeutung des Gebets für jede einzelne Frau. „Ich habe regelmäßig ein Date mit Gott“, sagte eine muslimische Teilnehmerin: „Das Gebet ist meine Zeit der Besinnung im Alltagsgetriebe, die nur mir gehört.“ Eine andere Teilnehmerin formulierte es so: „Ich rede mit Gott im Gebet und in der stillen Meditation redet Gott zu mir.“ Oder: „Beten in Gemeinschaft stärkt mich und gibt Orientierung.“

Die Beiträge waren so individuell wie die Teilnehmerinnen. Deutlich wurde im Gespräch miteinander jedoch zugleich, dass das Gebet – die Begegnung der einzelnen Frau mit ihrem Gott – etwas sehr Intimes ist. Mit Interesse und Neugier begegneten sich Christinnen, Muslimas, Jüdinnen, Bahá’í-Frauen und auch eine Buddhistin in den Workshops, in denen es um die verschiedensten Formen der Gottesbegegnung ging: um Mystik, um Meditation und um verschiedene Gebetshaltungen. Aber auch um Gebete in Songs und Schlagern und um das Schreiben eigener Gebete ging es.

„So unterschiedlich die Formen des Gebetes in den einzelnen Religionen sind, so nahe sind sich die Frauen in ihren persönlichen Gebeten und der Beziehung zu ihrem Gott“, sagte Brigitte Jaschke, die katholische Vertreterin im Interreligiösen Frauennetzwerks, am Ende des Tages. „Dieser Frauenbegegnungstag hatte eine besondere Dichte. Es war ein Austausch von vielen engagierten Frauen, die nicht schüchtern waren, sondern sich beim Thema Gebet tief in ihr Herz blicken ließen. Das war wirklich berührend.“ (ms/bj)

Weitere Informationen zum Interreligiösen Frauennetzwerk unter www.interreligioeses-frauennetzwerk.de im Internet.

Text: Monika Sendker