29.03.2017

In Schwerin stellen sich Jung und Alt der Frage: „Wer ist Gott für mich?“

Gott ist keine Frage des Alters

Wo ist von Gott die Rede? Mal im Seniorenkreis, mal in den Firm- und Kommunionkursen. Warum nicht gemeinsam mit Jung und Alt? In Schwerin stellten sich drei Generationen zusammen die Frage: Wer ist Gott für mich?


Von drei bis achtzig Jahren: Glaubenstag in der Niels-Stensen-­Schule|Foto: Antonia Schindler

 

60 Kinder, Jugendliche und Erwachsene sind zum Glaubenstag der Propstei St. Anna zusammengekommen. Einen Nachmittag lang haben sie sich in den Räumen der weiterführenden Niels-Stensen-Schule über Glaubens-Fragen ausgetauscht.

Die Aula der Schule ist voll bis auf den letzten Stuhl. Viele Kinder sitzen auf Decken, einige Eltern stehen im Eingangsbereich. Auf der Bühne spielen zwei Schüler ein kleines Theaterstück: in diesem zweifelt ein Mann, dass es Gott gibt, weil er ihn mit seinen Sinnen nicht wahrnehmen kann.

Der eine zweifelt, der andere findet Spuren

Der andere erklärt aber, dass die Spuren Gottes überall zu finden sind und die Menschen daher wissen, dass er existiert. Eine kurze Einführung in die Themen des Tages kam bereits auf den Kern der Sache: Wer ist Gott für mich? Welches Bild habe ich von Gott, wie finde ich ihn? Drei Generationen sprechen heute darüber: Es sind nicht nur Eltern und junge Leute, sondern auch Großeltern da.

Matthias Bender, Pastoralassistent in St. Anna, hat den Tag mit Gemeindereferentin Anna Rotermann organisiert. Bender wünscht sich, dass die Generationen voneinander lernen und dass sie sich Impulse geben, auch einmal anders über bestimmte Aspekte des Glaubens zu denken. Die Kinder, die da sind, bereiten sich gerade auf die Erstkommunion vor, die Jugendlichen auf die Firmung. „Die Eltern begleiten ihre Kinder ein Leben lang. Aber in den Familie wird oft zu selten über den Glauben und Gott geredet. Hier tun wir genau das.“ 

Im November gab es bereits einen solchen Glaubenstag. Bei dem leitete Matthias Bender einen Workshop, in dem sich die Teilnehmer über ihr Gebet ausgetauscht haben. „Es war spannend zu sehen, wie die Jugendlichen die Anregungen der Älteren aufgenommen haben und es so eine Art ‚Aha-Effekt‘ gab.“

Auch Neunjährige stellen kritische Fragen

Auch in diesem Jahr gibt es verschiedene Workshops. Einen Kurs leitet Professorin Christine Funk von der Katholischen Hochschule für Sozialwesen Berlin. Sie diskutiert mit den Teilnehmern unter anderem das Gottesbild von Kindern. An diesem Workshop nimmt Jennifer Schlaupitz teil. Sie hat eine Tochter, die gerne Fragen stellt. „Meine Antonia ist neun Jahre alt und fragt auch sehr kritisch nach, da muss ich mir die Antworten oft genau überlegen. Dieser Kurs hat mir schon sehr dabei geholfen, gut zu reagieren.“Eines der Ziele, die Matthias Bender sich für diesen Tag gewünscht hat, ist schon nach kurzer Zeit erreicht: ein schöner Tag für die ganze Familie.

Text u. Foto: Antonia Schindler