30.08.2017

Zum Welt-Suizid-Präventionstag am 10. September

Gedenken an Suizid-Opfer

Jedes Jahr begehen in Deutschland rund 10 000 Menschen Suizid. Zum Welt-Suizid-Präventionstag lädt die katholische Telefonseelsorge Hamburg am 10. September zum stillen Gedenken an die Verstorbenen ein.

brennende Kerze im Fenster soll an den Welt-Suizid-Tag erinnern

Kerzen im Fenster sollen am 10. September an Suizid-Opfer erinnern.  Foto: Marco Heinen

Über Suizid spricht man nicht gerne. Die Opfer werden oft als Einzelschicksale verkannt. Die Zahlen offenbaren eine andere Wirklichkeit: „Allein in Deutschland sterben mehr als 27 Menschen pro Tag am Suizid. Das sind weit mehr als durch Verkehrsunfälle, Gewalttaten und illegale Drogen insgesamt“, weiß Monika Stein, Leiterin der katholischen Telefonseelsorge Hamburg. 

Um der Opfer zu gedenken und in der Öffentlichkeit über das Thema ins Gespräch zu kommen, wird alljährlich am 10. September der Welttag der Suizidprävention veranstaltet. Dazu macht in diesem Jahr die Katholische Telefonseelsorge mit verschiedenen Aktionen aufmerksam.

Vor allem Männer sind gefährdet

So kündigen verschiedene Beratungsstellen der Caritas und der Diakonie in Hamburg in den kommenden Tagen den Welt-Suizid-Präventionstag an. Dass gerade Männer ein dreifach höheres Risiko haben, durch Suizid zu sterben, greift die Lübeckerin Tanja Salkowski in ihrem Vortrag am 6. September um 17 Uhr im Savoy Filmtheater (Steindamm 54) auf. Mit einem Gottesdienst am 10. September um 10 Uhr im St. Marien-Dom wollen die Organisatoren des Präventionstages im stillen Gedenken an die Verstorbenen erinnern. Dazu sind alle Interessierten willkommen. 

„Zünde eine Kerze an“, lautet die Aufforderung am Abend des 10. September: „Wir wollen so ein gemeinsames Gedenken an die Menschen ermöglichen, die in diesem Leben keinen Weg zum Weitergehen gefunden haben“, sagt Monika Stein. Nicht nur Angehörige und Freunde von Verstorbenen, sondern alle Menschen, die das Thema berührt, sind eingeladen, um 21 Uhr eine Kerze zu entzünden und einen Moment inne zu halten. „Kerzen ins Fenster zu stellen, das hat zu allen Zeiten und in allen Kulturen die Funktion der besonderen Aufmerksamkeit, des Wegweisens“, so Monika Stein. Eine Kerze zu sehen, das Licht mit anderen zu teilen, biete die Möglichkeit der stillen Verbundenheit. Wer will, kann die Kerze ins Fenster stellen und ein Foto machen: Die Aufnahmen sollen in einer Hamburger Ausstellung zum nächsten Präventivtag im kommenden Jahr veröffentlicht werden. 

Wie wichtig menschliche Aufmerksamkeit, Nähe und Zuwendung ist, um Menschen wieder neuen Lebensmut zu geben, weiß Monika Stein von der Telefonseelsorge: „Indem jemand zuhört, nachfragt, antwortet, erleben sich viele Menschen wieder als lebendig und verbunden.“ Ein neuer Ausbildungskurs für dieses Ehrenamt startet im September. 

Weitere Infos erteilt Monika Stein, Tel. 040 / 609 432-911 oder -912, Kontakt für die Fotoeinsendungen: telefonseelsorge@caritas-hamburg.de

Text: Monika Sendker