06.12.2017

In Kiel gibt es einen umgekehrten Adventskalender

Geben ist seliger denn Nehmen

Beim „umgekehrten Adventskalender“ der Pfarrei Franz von Assisi in Kiel kann man Dinge hineinlegen und so zu einer schönen Bescherung in der Notunterkunft und im Speisesaal von St. Heinrich beitragen.

Bei der Kirchenbude auf dem Kieler Weihnachtsmarkt schauen vor allem Familien gerne mal rein. Rechts unten beim Schaf steht
die Box, in die die Hygieneartikel für die Obdachlosen und Lebensmittel für den Speisesaal hineingelegt werden können.  
Foto: Marco Heinen

„Die Krippe ist ja leer“ oder „Wo ist denn das Jesuskind?“, das sind Bemerkungen, die man an der Kirchenhütte auf dem Kieler Weihnachtsmarkt häufig hört. Bei den über hundert Jahre alten Krippenfiguren fehlt nicht nur das Jesuskind, auch die Könige sind noch nicht da. Das fehlende Jesuskind fällt vielen Besuchern auf, die fehlenden Könige nur einzelnen. Doch wenn dann an die ja erst bevorstehende Ankunft des Heilands erinnert wird, fällt meis-tens der Groschen. Bis zum 23. Dezember ist das kleine Häuschen auf dem Asmus-Bremer-Platz (wo die Weihnachtspyramide steht) täglich von 10 bis 20 Uhr geöffnet. Ehren- und hauptamtliche Mitarbeiter der Kieler Pfarrei Franz von Assisi stehen hier nicht nur als Gesprächspartner zur Verfügung und beantworten Fragen zum Weihnachtsfest, sondern informieren zum Beispiel auch ganz konkret über Gottesdienstzeiten. „Die Kirche ist auf dem Weihnachtsmarkt, um mittendrin zu sein und davon zu erzählen, weshalb wir Weihnachten feiern“, erläutert Gemeindereferentin Anne Koep. 

Die Kirchenhütte gibt es schon seit 15 Jahren auf dem Kieler Weihnachtsmarkt. Doch in diesem Jahr gibt es eine Besonderheit, nämlich einen „umgekehrten Adventskalender“, wie es Anne Koep ausdrückt. „Wenn man das Türchen öffnet ist nichts dahinter, was man sich nehmen kann, sondern das ist leer“, sagt sie. Vielmehr sind die Besucher aufgefordert, etwas in den Kalender – ein kleiner Karton – hineinzulegen. Erwünscht sind Hygieneartikel wie Zahnbürsten, Duschgel, Seifen, Einweg-Rasierer aber auch Spülmittel und Putzschwämme ebenso wie originalverpackte Gewürze, Tee, Kaffee, Nudeln, Reis oder andere lang haltbare Lebensmittel. Auch Geld kann natürlich gespendet werden. Denn bestimmt ist der Inhalt der Box für die Notunterkunft und den Speisesaal von St. Heinrich. Obdachlose und Arme werden auf diese Weise unterstützt. An den ersten Tagen soll bereits eine ganze Menge an kleinen Präsenten zusammengekommen sein.

Da nach Möglichkeit an allen Tagen bis Weihnachten jemand als Ansprechpartner in der Kirchenhütte vor Ort sein soll, werden viele Ehrenamtliche gerade für die Wochenenden benötigt. Wer mithelfen will, meldet sich bei Anne Koep unter 0431 / 26 09 23 14. Wer den Speisesaal finanziell unterstützten möchte, erfährt über die Gemeinde St. Heinrich auch die Bankverbindung.

Text: Marco Chwalek u. Marco Heinen