28.07.2017

Zahl der Katholiken im Norden steigt weiterhin: 0,64 Prozent mehr als im Vorjahr

Erzbistum bleibt im Plus

Das Erzbistum Hamburg wächst und wächst. Zum siebten Mal in Folge ist die Zahl der Katholiken im Norden gestiegen. Und zwar deutlich: Ende 2016 waren 40 4520 Mitglieder gemeldet: 2 565 Personen, 0,64 Prozent mehr als im Vorjahr.

Mit Menschen gefüllter Kirchenraum mit Blick auf den Altar
So ist es nur selten: Ein übervoller Gottesdienst, wie hier bei der 125-Jahrfeier von Herz Jesu in Lübeck.  Foto: Marco Heinen

Von Andreas Hüser

Zwar gab es auch schon mehr Katholiken im Erzbistum. Aber das ist 15 Jahre her. Und damals hat die Statistik noch zu viele Mitglieder ausgewiesen. Erst seit 2003 gibt es exakte Zahlen für die neuen Bundesländer. Ab 2009 ist ein ununterbrochener Anstieg der Kirchenmitglieder zu verzeichnen. Der Grund: Zuzüge aus dem Süden Deutschlands und aus dem Ausland. Seit 2009 steigt auch die Zahl der ausländischen Katholiken. 

„Mittlerweile haben 21,48 Prozent der Katholiken in unserem Bistum eine erste Staatsbürgerschaft außerhalb Deutschlands“, sagt Uwe Möller, Leiter des Rechnungswesens im Erzbistum. „2009 waren es noch unter 17 Prozent.“ Nach wie vor stellen die Polen die mit Abstand größte Nation: 41 478 Katholiken haben einen polnischen Pass. Es folgen die Italiener (7 344), Portugiesen, Kroaten, Spanier – und die Österreicher, die immerhin mit 2 546 Gläubigen vertreten sind. 

Dass die katholische Kirche im Norden eine Kirche von „Zugereisten“ ist, wird im Vergleich mit der evangelischen Nordkirche deutlich. Die evangelische Kirche im Norden hat im vergangenen Jahr 1,88 Prozent an Mitgliedern verloren. Allerdings auf anderem Niveau: Sie hatte Anfang 2017 2 063 904 Mitglieder. 

Was bei der positiven Bilanz des Erzbistums eine Rolle spielt: Es gab zum zweiten Mal in Folge deutlich weniger Kirchenaustritte – ein deutschlandweiter Trend, in der katholischen ebenso wie in der evangelischen Kirche. 5 525 Menschen haben 2016 die katholische Kirche verlassen. 2014 waren es noch 7 188. Für Uwe Möller ist das kein Grund zum Jubeln: „Es ist auch jetzt noch so: Monat für Monat werden bei uns 400 Kirchenaustritte gemeldet.“ 

Mehr Katholiken im Sonntagsgottesdienst

Die Taufen machen diesen Schwund nicht wett: 2 233 Kinder und Erwachsene wurden im vergangenen Jahr getauft – so wenig wie noch nie. Und wenn man (noch) davon ausgeht, dass der Taufe eines Kindes die Hochzeit seiner Eltern vorausgeht, sieht die Zukunft nicht besser aus. Immer weniger Paare lassen sich kirchlich trauen. Im vergangenen Jahr gab es wieder einmal einen deutlichen Rückgang, 509 kirchliche Hochzeiten gab es 2016. Zehn Jahre vorher waren es noch mehr als 850. 

Eine kleine Überraschung gab es bei einer Erhebung, die bisher immer für schlechte Nachrichten sorgte. Denn Jahr für Jahr gibt es weniger Kirchenbesucher. Aber nicht im Jahr 2016. Die Zahl der Teilnehmer an Sonntagsgottesdiensten ist seit langem wieder ein wenig gestiegen. 34 702 Menschen gehen sonntags in die Kirche (361 mehr als 2015). Das ist zwar eine große Zahl. Aber die gezählten Kirchgänger machen nur 8,58 Prozent aller Katholiken aus. 2004 waren es noch über 12 Prozent. Damals allerdings gab es etwa 400 Sonntagsmessen im Bistum. Heute sind es nur noch gut 300. 

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