05.07.2017

Wallfahrt zum Doberaner Münster

Entscheidung für die Liebe

„Herr, erneuere deine Kirche…“ hieß das Motto der Wallfahrt zum Doberaner Münster am vergangenen Sonntag. Zu Wort kamen dabei auch diejenigen, die für die Zukunft der Kirche stehen: die Jugend startete ihren eigenen Weg. 

 

Jugendliche Wallfahrer mit Kaplan Roland Keiss vor dem Doberaner Münster
Wir sind keine Sofa-Christen: Junge Pilger mit Kaplan Roland Keiss am Ziel ihrer Wallfahrt.  Foto: Jan Niklas Cappallo

In jedem Jahr pilgern die Katholiken aus dem Pastoralen Raum Rostock nach Bad Doberan. Frei nach dem Wallfahrtsmotto „Herr erneuere Deine Kirche und fange bei mir an“, wurde in diesem Jahr die Jugend besonders mobilisiert. So gab es, ähnlich wie in den anderen Pastoralen Räumen, ein eigenes Wallfahrtsprogamm. 15 Jugendliche trafen sich am Samstagabend mit Kaplan Keiss in Bad Doberan, um sich – zunächst mit Pizzabacken und Essen – auf das Thema einzustimmen. Dann ging es gleich in die Vollen. Wie kann unsere Kirche erneuert werden? Wie können wir uns beteiligen? Anne-Kathrin Westendorf (19): „Wir müssen sie lebendiger machen, nicht nur nach außen, sondern nach innen.“ Schnell kam das Papstwort von den „Sofa-Christen“ ins Gespräch. Für Barbara Graffy (18) sollte man „mehr über den privaten Glauben sprechen und die Bildung von Hauskreisen fördern“. Allen war klar, dass man für diesen Prozess viel Kraft investieren müsste. Doch woher schöpfen wir diese Kraft?  Vielleicht so wie in dem Will Smith-Film „Das Streben nach Glück“. In diesem Film schöpfte ein mittelloser Vater Kraft durch seinen Sohn und durch den Glauben, investierte all seine Kraftreserven, um ihm ein besseres Leben zu ermöglichen. 

Christus kommt mit ausgebreiteten Armen

So kamen auch die jungen Christen zu der Erkenntnis, dass auch sie Kraft durch ihre Familie, durch die Liebe aber auch durch den Glauben schöpfen können. Nach einer kurzen Nacht pilgerte die Gruppe singend zum Wallfahrtsort ins Doberaner Münster. Nach der Messe schilderten sie ihre Erfahrungen und gaben den Gläubigen selbstgestaltete Kerzen mit dem Jesuswort: „Ich bin das Licht der Welt“ als Kraftspender mit auf den Weg. Auch Erzbischof Heße griff diese kraftspendende Liebe in seiner Predigt auf. Wir sollen nicht das Leid Christi sehen, wenn wir das Kreuz betrachten, sondern seine ausgebreiteten Arme. Die Frage „Liebst du mich?“, die Jesus Petrus stellte, sollen auch wir Christen uns stellen. So beginne auch jede Erneuerung in der Kirche. „Wir wollen‘s immer gerne schnell. Vielleicht braucht der Mensch von heute mehr Zeit, weil er eine Vielzahl von Angeboten vor Augen hat“, sagte er und fügte an, „Wer sich für die Liebe entscheidet, entscheidet sich für Gott, ob er sich für die Kirche entscheidet oder nicht.“ Den Gläubigen gab er auf den Weg: „Nehmen Sie das Kreuz, die ausgebreiteten Arme, mit in den Alltag und lassen Sie sich diese Frage stellen: Liebst du mich?“ 

Diese Worte haben auch die jungen Pilger angesprochen. Für Alexander Marx (15) war das Jugendangebot ein voller Erfolg. „Ich fand es toll, dass wir vorher über das Thema gesprochen haben. Die Predigt wurde so verständlicher und wir können mehr in den Alltag mitnehmen. Schön war auch die Gemeinschaft und neue Leute kennenzulernen.“

Text u. Foto: Jan Niklas Cappallo