18.04.2017

Osterbotschaft des Papstes

Einsatz für den Frieden gefordert

Ostern ist mehr als ein Fest mit vielen Blumen: In seiner Osterbotschaft ruft Papst Franziskus zu mehr Frieden und Gerechtigkeit auf.


Foto: kna
Papst Franziskus spendete am Ostersonntag den Segen "Urbi et orbi".
Foto: kna

Papst Franziskus hat in seiner Osterbotschaftneue Initiativen für den Frieden in der Welt gefordert. Der auferstandene Jesus Christus möge die Schritte jener leiten, "die nach Gerechtigkeit und Frieden suchen" und den Verantwortlichen der Nationen den Mut geben, "das Ausweiten der Konflikte zu verhindern und den Waffenhandel zu unterbinden", sagte der Papst am Ostersonntag vom Balkon des Petersdoms aus.

Franziskus rief vor allem zum Schutz der Zivilbevölkerung in Syrien auf. Die Attacke auf einen Flüchtlingskonvoi in Aleppo, durch den am Samstag laut derzeitigen Angaben bis zu 100 Menschen ums Leben kamen, nannte er einen "schändlichen Angriff". Anschließend spendete er vom Balkon des Petersdoms aus den traditionellen Segen "Urbi et orbi" ("Der Stadt und dem Erdkreis"). Der Segen wird von 160 Fernseh- und Rundfunksendern weltweit übertragen.

Er bete dafür, dass der auferstandene Christus besonders die Bemühungen aller unterstütze, "die sich aktiv dafür einsetzen, Entlastung und Ermutigung der zivilen Bevölkerung in Syrien zu bringen, die Opfer eines Krieges ist, der nicht aufhört, Schrecken und Tod zu verbreiten", sagte der Papst weiter. Ebenso appellierte er zu Frieden im gesamten Nahen Osten sowie in der Ukraine.

 

Der Papst mahnt, Flüchtlingen und Opfern von Menschenhandel zu helfen

"Wir alle verlieren, wenn wir uns von der Sünde beherrschen lassen, den rechten Weg und irren wie verlorene Schafe umher", sagte der Papst weiter. Doch Gott selbst sei in Jesus Christus gekommen, um die Menschen zu suchen und zu retten. Christus habe die Menschen durch seine Auferstehung von der Knechtschaft der Sünde und des Todes befreit und ihnen den Weg zum ewigen Leben erschlossen.

Zugleich mahnte der Papst in seiner Botschaft erneut zur Hilfe für Migranten sowie für Opfer von Menschenhandel und Zwangsarbeit auf. Wer zur Flucht gezwungen sei, müsse "immer und überall Brüdern und Schwestern begegnen". Christus mache sich zum Weggefährten all derer, "die gezwungen sind, aufgrund bewaffneter Konflikte, terroristischer Angriffe, Hungersnöte oder unterdrückerischer Regime die eigene Heimat zu verlassen".

Der Papst gedachte auch der notleidenden Bevölkerungen im Südsudan, Sudan, Somalia und im Kongo, die unter Konflikten und einer Hungersnot litten. Den Südsudan will Franziskus in diesem Jahr besuchen. Zudem forderte er, ohne direkt auf die Unruhen in Venezuela einzugehen, einen friedlichen und rechtsstaatlichen Dialog zwischen Opposition und Regierung insbesondere in lateinamerikanischen Ländern.

 

Mehr als nur "ein Fest mit vielen Blumen"

Vor der Verlesung der Osterbotschaft hatte Franziskus mit zehntausenden Teilnehmern aus der ganzen Welt auf dem Petersplatz die Ostermesse gefeiert. Die Menschenmenge auf dem Petersplatz trotzte einem kurzen Regenschauer, der während des Gottesdienstes niederging.

Ostern sei mehr als nur "ein Fest mit vielen Blumen", sagte der Papst mit Blick auf die farbenfrohe Kulisse von 35.000 Tulpen, Narzissen und anderen Blumen aus den Niederlanden. Die Auferstehung Jesu sei keine Fantasie. In seiner kurzen, frei gehaltenen Predigt berichtete Franziskus zudem von einem Telefonat mit einem schwerkranken Mann, das er am Vortag geführt habe. Er habe seinem Gesprächspartner erläutert, dass es keine Erklärungen für das gebe, was diesem widerfahre. "Schaue auf Jesus am Kreuz", habe er ihm gesagt. "Gott hat das mit seinem Sohne gemacht. Eine andere Erklärung gibt es nicht".

In den Vorjahren hatte der Papst in der Ostermesse selbst wegen der folgenden Osterbotschaft keine Predigt gehalten. Der Gottesdienst fand unter hohen Sicherheitsvorkehrungen statt. Rund 1.000 Sicherheitskräfte waren rund um den Petersplatz im Einsatz.

kna