11.01.2017

Wenzel-Stiftung der Domgemeinde St. Marien richtet für diesen Winter eine Wärmestube ein

Ein warmer Platz und mitfühlende Worte

Eigentlich hat die Wärmestube noch gar nicht richtig geöffnet, aber der Andrang ist an den kalten Tagen schon groß: Am Berliner Tor hat die Wenzelstiftung der Domgemeinde St. Marien in diesem Winter eine Anlaufstelle für Obdachlose eingerichtet.

Wärmestube mit Wohnzimmercharakter: Dompfarrer Peter Mies (l.), Diakon Kirsche (zweiter v.l.), Olaf Coste (r.)
und Regina Wiechers (vorne) bei einem Besuch.   Foto: Sendker

Den Schlüssel für die Räume in der Ladenzeile am Berliner Tor hat Dompfarrer Peter Mies noch vor Heiligabend übergeben. Seither hat sich bereits einiges getan: Mit einem Team aus Helfern hat Diakon Henry Kirsche die Räume mit ersten Spenden eingerichtet. Unterstützt wird er von Olaf Seidewitz und von Olaf Coste: Der Rechtsanwalt engagiert sich für die Johanniter-Hilfsgemeinschaft, die in den nächsten Monaten die Besucher der Wärmestube betreuen möchte. „Das soll eine kleine Einrichtung mit Wohnzimmer-Atmosphäre werden“, so Coste. „Unsere Idee ist es, die Zeit der Kälte für die Obdachlosen zu reduzieren, wenn die Tages-Einrichtungen am frühen Abend schließen.“ 

Bis um Mitternacht sollen die Bedürftigen in der Wärmestube willkommen sein. „Die Nachbarschaft nimmt uns sehr wolhlwollend auf. Und der Bäcker aus dem Nachbarhaus bringt uns abends alles, was er nicht verkauft hat“, erzählt Olaf Coste. Er staunt über die große Spendenbereitschaft: „Wir haben schon so viele Anrufe aus Gemeinden erhalten. Aus Heilig Kreuz in Volksdorf ist zum Beispiel eine ganze Schrankwand gekommen.“ Was noch fehlt, sind Feldbetten und Matratzen, auch Bettzeug und eine Sitzdusche. Denn die drei Räume im Untergeschoss sollen für die Zeit des Winternotprogramms als feste Übernachtungsmöglichkeit vermietet werden. 

„Es ist unglaublich, wie schnell sich das alles in den vergangenen zwei Wochen entwickelt hat“, sagt Regine Wiechers, Geschäftsführerin der Wenzel-Stiftung. Den Grundstock für die Stiftung legte das Ehepaar Thomas und Dr. Frieda-Luise Wenzel, das der Domgemeinde eine größere Erbschaft vermacht hatte. Dazu gehört auch die Immobilie mit dem Ladengeschäft, das nun frei geworden ist. Es soll, so Dompfarrer Mies, erst zum Sommer wieder neu vermietet werden. „So können wir bis Ende April kurzfristig mit einer niedrigschwelligen Hilfseinrichtung Bedürftigen einen warmen Platz anbieten.“

Die Idee dazu ergab sich im Gespräch mit den drei Initiatoren Henry Kirsche, Olaf Coste und Olaf Seidewitz, die sich um die Obdachlosen rund um den St. Marien-Dom sorgten. Diakon Kirsche hat viele Jahre das Diakonen-Büro der Obdachlosen-Hilfseinrichtung Alimaus geleitet. So hatte er über die Alimaus auch Olaf Coste kennengelernt.

Text u. Foto: Monika Sendker