18.10.2017

Fünf Jahre „wellcome“ in Bergedorf

Ein Hilfsnetz für junge Eltern

Seit Herbst 2012 unterstützt ein Team mit inzwischen 37 Ehrenamtlichen junge Familien mit Babys beim Übergang von der Geburt in den Alltag. 51 Familien nahmen diese Hilfe seither in Anspruch.

Wellcome in Bergedorf: Stützpunktleiterinnen Beatriz Kusel u. Ekaterina Sorokina
 Für wellcome in Bergedorf aktiv: die Stützpunkt-Leiterinnen Beatriz Kusel (l.) und Ekaterina Sorokina (r.).  Foto: Greve

Was 2002 als kleiner Wochenbett-Service in Norderstedt und Hamburg-Niendorf begann, hat bis heute eine Erfolgsgeschichte an rund 250 Standorten in 14 Bundesländern verwirklicht. Allein 14 Mal ist „wellcome – praktische Hilfe nach der Geburt“ in Hamburg vor Ort. Ein Stützpunkt befindet sich seit fünf Jahren an der katholischen Edith-Stein-Kirche und wird vom Caritasfachverband InVia getragen. Grund genug, zum Geburtstag eine Jubiläumsfeier zu veranstalten.

Als wichtigen Partner im Bereich „frühe Hilfen“ bezeichnete Bergedorfs Bezirksamtsleiter Arne Dornquast das Engagement der Haupt- und Ehrenamtlichen vor Ort. „Bergedorf als Bezirk ist reicher durch Sie geworden“, dankte Dornquast für bisher fünf Jahre schnell einsetzbare und praktische Hilfe vorrangig für die Mütter Neugeborener.

„Wir leisten Hilfe für ganz normale Familien“, betont InVia-Geschäftsführerin Sandra Kloke. Die ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen werden aktiv, „wenn das Baby da ist, die Freude riesig ist – und nichts mehr geht“, bringt es Beatriz Kusel auf eine kurze Formel. Großeltern und Verwandte seien heute immer weniger greifbar, wenn es um Unterstützung im Alltag geht. 

Lenka Buchholz ist ehrenamtlich aktiv bei wellcome in Bergedorf
Lenka Buchholz ist ehrenamtlich aktiv bei
wellcome in Bergedorf. Foto: Greve

 

Erfahrene Helferinnen spenden ihre Zeit

Beatriz Kusel leitet und koordiniert zusammen mit Ekaterina Sorokina den Einsatz der Helferinnen und berät die jungen Familien. Lenka Buchholz ist eine dieser Ehrenamtlichen, die Familien besuchen und sie nach der Geburt für einige Monate im Alltag mit den neuen Erdenbürgern unterstützen. Sie selbst ist Zwillingsmutter und hat erst vor einiger Zeit noch die Erfahrung gemacht, wie entlastend der Einsatz der sogenannten „wellcome“-Engel ist. Egal ob die Mütter mal Zeit für einen eigenen Arztbesuch benötigen oder einfach praktische 

Tipps im Umgang mit den Babys brauchen – die erfahrenen Helferinnen sind da, wenn es darum geht, für einige Stunden Zeit zu schenken. „Man gibt seine Freizeit, bekommt aber ganz viel zurück“, so die Erfahrung von Ulla Posewang, die „wellcome“ in Bergedorf von Beginn an als Ehrenamtliche unterstützt.

Die Hilfe reicht aber noch weiter: Bei Beratungs- und Hilfebedarf über die praktische Unterstützung zu Hause hinaus bildet das Beratungs- und Koordinationsbüro im Edith-Stein-Gemeindehaus zudem eine „Brücke“ zu passenden Einrichtungen und Hilfsangeboten.

Text u. Fotos: Matthias Greve