28.07.2017

Cursillo - kleiner Glaubenskurs: Deutsche Vertreter trafen sich im Norden

Ein Glaubenskurs zieht Kreise

Ursprünglich war es nur ein „kleiner Glaubenskurs“, entworfen von Katholiken aus Mallorca. Rund um diesen „Cursillo“ hat sich eine geistliche Gemeinschaft gebildet. Zum ersten Mal trafen sich deren deutschen Vertreter im Norden.   

Eine Gruppe Menschen sitzt um einen Tisch herum.
Die gute Erfahrung an andere weitergeben: Das ist das Ziel der Ehrenamtlichen, die den „Cursillo“ im Norden vertrten. Foto: Rita Vißing

Von Rita Vißing

„Cursillo“, das ist Spanisch und bedeutet „kleiner Kurs“. Ein Kurs, in dem aus Fremden Freunde werden, die dadurch den Heiligen Geist erfahren. Das Evangelium nicht nur zu verkünden, sondern als eine persönliche Christus-Begegnung zu erfahren, ist der Kern des Cursillo-Gedankens. Entstanden ist er vor rund 70 Jahren unter Christen auf der Insel Mallorca. Inzwischen werden Cursillo-Kurse weltweit angeboten – auch im Erzbistum Hamburg. 

Die Cursillo-Gemeinschaft aus dem Norden war jetzt erstmals Gastgeber einer Vollversammlung der „Cursillo Arbeitsgemeinschaft Deutschland“. Im Kloster Nütschau trafen sich die Vertreter aller Diözesen unter dem Thema „Kirche der Zukunft.“ Zur Tagung gehörten eine Vesper, Messe und Austausch mit Erzbischof Stefan Heße, ein Gespräch mit Benediktinerbruder Willibrord Böttges vom Klos-
ter Nütschau und ein Abstecher zur Gedenkstätte der Lübecker Märtyrer in Lübeck.

In der Diaspora ist die Cursillo-Bewegung kleiner als anderswo, aber auch im Norden hat der „kleine Kurs“ begeisterte Freunde. 

„Cursillo macht den Kern des Christentums deutlich“, erklärt Dorit Schmigalle. Die Hamburgerin leitet das Sekretariat der Cursillo-Gemeinschaft im Norden. Und sie ist sicher: Die Zeit braucht solche Gemeinschaften, in der der Glaube gelebt wird – unabhängig von den innerkirchlichen Hierarchieebenen, im gemeinsamen Beten, Singen und Diskutieren. Maria Vibrans: „Seit ich an einem Cursillo teilgenommen habe, erlebe ich meinen Alltag aus neuen Perspektiven.“ Cursillo zeige einem den Weg, sich auf seine Menschen weiter einzulassen und Vorurteile ablegen zu können. Auch Johannes Monteiro hat der Cursillokurs neue Wege im Glauben gezeigt. „Ich wurde mit dem Bild eines strafenden Gottes erzogen. Der Kurs hat mir einen Gott der Liebe gezeigt, einen nachahmenswerten Gott“, erzählt der Portugiese. 

Cursillo gibt es jetzt
auch in Teterow

Um diese Erlebnisse weiterzugeben, hat sich in Hamburg die Gruppe Ehrenamtlicher gebildet, die nun regelmäßig Kurse anbietet. Wolf-Eckhard von der Mülbe, Dorit Schmigalle, Heike Gonzalez, Sigrid Ziegler, Christiane Geier, Johannes Monteiro, Maria Monteiro, Maria Vibrans und Monika Polanco und Pfarrer i.R. Oskar Rauchfuß treffen sich hierfür monatlich. Gemeinsam bereiten sie die Kurse vor: In einem Wechsel aus geistlichen Impulsen, Diskussion und selbst gestalteten Gottesdiensten setzen sich die Teilnehmer mit den Themen „Begegnung mit Dir selbst“, „Begegnung mit Christus“ und „Begegnung mit der Gemeinschaft“ auseinander. Hierbei erfahre man „Gott als Stück Realität im Alltag“, findet Christiane Geier. „Wir freuen uns über jeden, der mit uns gemeinsam im Cursillokurs den Heiligen Geist erfahren will“, so Dorit Schmigalle. 

Im Herbst wird Cursillo nach Mecklenburg gehen: Im Bischof-
Theissing-Haus in Teterow findet vom 14. bis 17. September der „Glaubenspowerkurs“ statt. Organisiert wird er von einer Gruppe, die selber einmal Teilnehmer an Cursillo-Kursen gewesen und ihre Erfahrungen jetzt weitergeben. Das Weitergeben ist überall das Prinzip der Cursillo-Gemeinschaft. 

Eine Kursgebühr gibt es nicht, lediglich die Unterkunfts- und Verpflegungskosten sind selbst zu tragen. Anmeldungen sind über hamburg@cursillo.de oder 040 / 685271 möglich. Die Koordination von Fahrgemeinschaften wird vom Organisationsteam übernommen.

 

Ein Benediktinerpater beugt sich zu einem sitzenden Teilnehmer herunter. Sie sprechen miteinander.