18.11.2015

Rückmeldung von den Landarbeitern im Partnerbistum motiviert die Helfer seit vielen Jahren

Ein Basar in Bargteheide für Iguazú

Seit zwölf Jahren unterstützt die St. Michael-Gemeinde in Bargteheide Landarbeiter im argentinischen Bistum Iguazú. Das ist ein wichtiger Baustein für die Bistumspartnerschaft, die 2016 den 20. Geburtstag feiert. 

Sie gehören zum Team des Basars (v.links): Uta und Guido Scholz sowie Rotraut Nolde.  Foto: Matthias Greve

Für den Basar ist seit vielen Jahren ein fester Termin im Gemeindehaus von St. Michael reserviert. Ausschließlich Selbstgefertigtes kam auch am vergangenen Samstag in den Verkauf. „Seit 2003 unterstützen wir mit dem Basarerlös jedes Jahr ein Landarbeiterprojekt in Iguazú, der argentinischen Partnerdiözese des Erzbistums Hamburg“, erzählt Rotraut Nolde. 

Bewusst habe die Gemeinde damals dieses Projekt ausgewählt, nicht zuletzt wegen des guten direkten Kontakts der Bistümer zueinander. „Wir haben so die Sicherheit, dass die Erlöse direkt vor Ort ankommen“, sagt Nolde. Diakon Gerardo Vetter aus Eldorado in Iguazú gebe zudem mit seinen Berichten immer wieder gute Rückmeldungen. Vetter, der mittlerweile im Ruhestand ist, berichtete bei einem Besuch in Bargteheide von der Reaktion der Landarbeiter. Für sie sei es „eine Offenbarung“ gewesen zu erfahren, dass in Deutschland das Geld nicht nur gesammelt, sondern dass dafür sogar gearbeitet werde.

Gearbeitet wird dafür nahezu das ganze Jahr über, betont Uta Scholz, die den Helferkreis des Basars leitet. Nach Abzug weniger Materialkosten werden von allen Helfern die gebastelten Objekte und zubereiteten Leckereien gestiftet. Der gute Besuch zeugt außerdem von der hohen Qualität der mit viel Zeit und Liebe produzierten Angebote. Auch das Basarcafé lädt zur Begegnung und zum Verweilen ein.

Rund 3 000 Euro kommen so jedes Jahr zusammen. Geld, das für die Landarbeiter vor Ort eine große Entwicklungshilfe ist. „Mit dem Geld konnte beispielsweise ein Agraringenieur in Eldorado finanziert werden, der ihnen beibrachte, wie die gerodeten Flächen wieder für den Ackerbau nutzbar gemacht werden können.“ Auch ein kirchlicher Radiosender ist entstanden, mit dem das Agrarwissen drei Mal pro Woche unter den Zuhörern verbreitet wird.

„Diese direkte Unterstützung gibt den Initiativen vor Ort das nötige Kleingeld, um Ideen auszuprobieren“, erzählt Rotraut Nolde weiter. So ist ein Dach gefertigt worden, das einem Gemüse-acker, der sonst ausdörren würde, Schatten spendet. Eine mobile Bewässerungsanlage ist ebenfalls beschafft worden, die nun allen Kleinbauern bei Bedarf zur Verfügung steht. Neben der Sicherung eines Einkommens für die Landarbeiter hat sich durch die Obst- und Gemüseproduktion gleichzeitig auch die regionale Lebensmittelversorgung der Bevölkerung in den umliegenden Ortschaften erheblich verbessert.

„Diese Partnerschaft mit Iguazú ist aus persönlichen Kontakten entstanden und weiter gewachsen“, sagt Dr. Michael Becker, Weltkirchen-Referent des Erzbistums. „Es ist ein segensreicher Austausch, der deutlich macht. Wir gehören einer Kirche an und teilen den gemeinsamen Glauben.“ 

Zum 20. Jahr der Partnerschaft ist ein zweisprachiger Bildkalender erschienen, der pro Monat
je zwei Ansichten des kirchlichen Lebens in Deutschland und Argentinien gegenüberstellt. Erhältlich ist dieser Kalender gegen eine Spende über die
Pastorale Dienststelle, 
E-Mail: CostaFerreira-Wolter@erzbistum-hamburg.deTel. 040 / 248 77-331 

Text und Foto: Mattias Greve