22.07.2015

Dompfarrer Msgr. Peter Mies sucht neue Wege der Kommunikation mit den Menschen

Dom-News und Sommer-Segen

Heller, freundlicher, einladender: Das frisch renovierte Pfarrhaus der Domgemeinde St. Marien steht für eine neue Willkommenskultur.

Einladend, hell und freundlich: Dompfarrer Msgr. Peter Mies, Pfarrsekretärin Annegret Schmitz-Fischer und Gemeindereferentin Astrid Sievers (v.l.) im neu gestalteten Eingangsbereich mit dem Pfarrbüro.

Der Weg zum Pfarrhaus ist jetzt barrierefrei. Über einen kleinen Aufzug können Rollstuhlfahrer neuerdings die Stufen überbrücken. Im Pfarrbüro begrüßt Pfarrsekretärin Annegret Schmitz-
Fischer Besucher an einem Tresen. „Wir wollten den Eingangsbereich offen gestalten“, sagt Dompfarrer Msgr. Peter Mies. „Das Pfarrhaus muss einladen.“

Seit zwei Jahren ist Mies Dompfarrer. 23 Jahre war er zuvor Pfarrer in Blankenese. Die Erfahrungen aus der einen Gemeinde kann man nicht einfach auf die andere übertragen, stellt er immer wieder fest. In Blankenese waren die regelmäßigen Willkommensveranstaltungen für Neuzugezogene ein Ereignis. Auch in der Domgemeinde lädt er inzwischen regelmäßig mit einem Infobrief und persönlichen Anschreiben zu Willkommensabenden ein. „Wir bekommen darauf quasi keine Reaktion. Das kenne ich aus Blankenese ganz anders.“

Zum Erstaunen des Pfarrers ist es dennoch jedes Mal eine stattliche Runde, die sich dann nach dem Sonntagabendgottesdienst im Statio-Gang der Kirche zu Brot und Wein findet. „Die Kirchenbesucher folgen gerne der Einladung.“ Aus dem Treffen hat sich zudem ein fester Kreis entwickelt, mit dem sich der Dompfarrer alle zwei Monate zum Ideenaustausch trifft: „Wir wollen eine Willkommenskultur am St. Marien-Dom entwickeln, neue Wege zu den Menschen finden. Wir dürfen uns nicht nur um die kümmern, die zum Gottesdienst kommen.“

Das Besondere an der Domkirche, die auch Bischofskirche ist: Sie hat keine feste ortsgebundene Gemeinde. Es gibt viel Bewegung auf dem Gemeindegebiet, 2 000 Menschen ziehen jährlich zu, die gleiche Anzahl wieder fort. Zu den Gottesdiensten kommen Menschen aus ganz Hamburg und darüber hinaus, aus Stade, Pinneberg. Neue Wege der Kommunikation sind gefragt. Die Internetseite der Domgemeinde und der Domkirche wurden zusammengelegt und neu gestaltet. Rund 600 Besucher klicken sie täglich an. 300 Abonnenten beziehen schon die „Dom-News“: „Wir wollen keinen langen, regelmäßigen Newsletter, sondern versenden etwa einmal in der Woche eine kurze Meldung zu einem aktuellen Thema“, so Mies. 

Mit Gemeindereferentin Astrid Sievers probiert er neue liturgische Formen aus. Am letzten Sonntag vor den Sommerferien haben die beiden einen „Segen für die Sommerzeit“ ausgesprochen. In Doppelreihen standen die Gottesdienstbesucher dafür an: „Es war gleichermaßen erfrischend und berührend, wie Einzelne und Paare, Kinder, Jugendliche und alte Menschen benannten, was sie diesen Sommer bewegt. All das haben wir in den Segen mit aufgenommen. Da wurde Glaube konkret.“ Andere Segensfeiern kann Mies sich ebenfalls vorstellen: Eine Segensform für Prüfungen, für einen beruflichen Neuanfang zum Beispiel. „Es gibt genügend Anlässe, zu denen Menschen um Segen bitten“, weiß Astrid Sievers. 

Die Gemeindereferentin ist seit einem Jahr in der Domgemeinde und hat mittlerweile einen Kreis von sieben Frauen – nicht nur Mütter – zu einem Kinderkrippenteam gesammelt. Seit einem halben Jahr findet es an jedem dritten Sonntag im Monat statt. Dazu kommen Familien auch schon gezielt. „Ich bin gespannt, was sich daraus noch entwickelt.“

15 Familien nahmen am ersten Tauferinnerungsfest mit den Täuflingen des vergangenen Jahres teil. Das motiviert die Gemeindereferentin: Als kirchenpädagogisches Angebot will sie die Treffen regelmäßig organisieren. Das nächste ist für den 5. September geplant: Nach einem vor allem musikalischen Einstieg in der Kirche steht ein ungezwungenes Beisammensein bei Kaffee, Kuchen und Spielen auf dem Programm.

Das alles passt gut ins Programm, findet Dompfarrer Mies. Er möchte die Kirche erlebnisreicher gestalten – auch für die immer zahlreicheren Gäste bei Kirchenführungen. „Wir müssen die Führungen weiterentwickeln. Dann geht es im Kolumbarium nicht nur um die Gestaltung und Architektur, sondern auch um die Themen Tod und Bestattung.“

Kontakt über die Homepage: www.mariendomhamburg.de

Text u. Foto: Monika Sendker