26.04.2017

Nagel aus dem 13. Jahrhundert in der Elisabethausstellung in Damp

Dieser Nagel ist der Hammer

Wie ein Nagel aus dem Dachstuhl der Elisabethkirche in Marburg seinen Weg in die Elisabethkirche von Damp fand. 

Nagel aus dem Dachstuhl der Elisabethkirche in Marburg
Nagel aus dem Dachstuhl der Elisabethkirche in Marburg. Foto: Karen Wolff

Gerhard Meyer (81) staun­te nicht schlecht, als er zu seinem 80. Geburtstag von einem früheren Kollegen einen Nagel geschenkt bekam. Nicht irgendeinen Nagel aus dem Baumarkt, sondern ein handgeschmiedetes Stück, das wahrscheinlich über 750 Jahre alt ist. Es stammt aus dem Dachstuhl der Elisabeth­kirche in Marburg, die im 13. Jahrhundert zu Ehren der heiligen Elisabeth von Thüringen errichtet wurde, die am 17. November 1231 in Marburg gestorben war.

Gerhard Meyer, seines Zeichens Dimplomingenieur und Ministerialdirigent außer Dienst, war nicht nur einige Jahre Leiter der hessischen Staatsbauverwaltung, sondern als junger Regierungsbaureferendar Anfang der 1960er Jahre auch mal für den baulichen Erhalt der Elisabethkirche zuständig. Der Nagel wiederum war bei Erneuerungsarbeiten am Dachstuhl der Kirche Anfang der 1990er Jahre übrig geblieben. 

Dieses besondere Geschenk hat  Gerhard Meyer, der selbst Katholik ist, nun der Elisabethkirche in Damp weitergeschenkt. Der gebürtige Oberschlesier, der regelmäßig zu Gast in Damp ist, schätzt die dortige Elisabethkirche sehr. Er findet, dass Elisabeth als Namenspatronin auch besonders gut zu dem Ostseebad mit seinen Kliniken passt. „Da fällt während der Messe immer mal eine Krücke um“, erzählt er schmunzelnd. 

Der Nagel bekommt nun einen Platz in der von Kur- und Urlauberseelsorger Georg Hillenkamp aufgebauten Elisabeth-Sammlung. Der freut sich über das leicht rostige aber ansonsten ganz tadellose Stück.

In der Elisabethkirche ist übrigens ein Stein von der Wartburg in Thüringen verbaut. „Insofern passt der Nagel aus dem Dachstuhl der Elisabethkirche in Marburg ganz gut dazu“, findet Hillenkamp.

Text: Marco Heinen