07.09.2017

Feier zum ökumenischen Tag der Schöpfung im Lübecker Dom

Die Natur vor Zerstörung bewahren

An der zentralen Feier zum ökumenischen Tag der Schöpfung im Lübecker Dom nahmen hohe Geistliche der katholischen, evangelischen und orthodoxen Kirche teil. 2018 soll die ACK-Veranstaltung in Mecklenburg stattfinden. 

Gläubige beim gemeinsamen Gebet vor dem Lübecker Dom
Die Gläubigen versammelten sich zum gemeinsamen Gebet am Fuße des Lübecker Doms.  Foto: Marco Heinen

Rund 200 Menschen kamen am Freitag (1. September) im Lübecker Dom zusammen, um den ökumenischen Tag der Schöpfung zu begehen. „So weit Himmel und Erde ist“, unter dieses Wort aus Psalm 148,13 hatte die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) diesmal den 2010 ins Leben gerufenen Schöpfungstag gestellt.

„Dieses Lob, das die ganze Welt singt“, sagte der evangelische Bischof Gothart Magaard in seiner Predigt, werde „im Bewusstsein um unsere gemeinsame Verantwortung für die Bewahrung dieser Lebensvielfalt“ gehört. „Diese Schöpfung lobt Gott – und leidet zugleich. Und des Menschen Tun ist ein wesentlicher Grund hierfür.“ Es gehe nicht darum, „noch kurz die Welt retten“ zu müssen, so der Bischof in Anspielung auf einen Song des Musikers Tim Benzko. „Darum geht es letztendlich gerade nicht. Denn die befreiende Erkenntnis der biblischen Überlieferung lautet: Die Welt retten kann und wird allein einer: der Schöpfer allen Lebens, der Schöpfer dieser Welt selbst“, sagte Magaard und ergänzte: „Was der Mensch hingegen leisten kann – und muss! – ist die Bewahrung der Natur vor zerstörerischer Gewalt, die er nicht zuletzt selbst zu entfesseln vermag.“

Am Fuße des Doms ein Gebet für die Stadt

Neben Bischof Magaard nahmen an dem – insbesondere musikalisch sehr festlich gestalteten – Gottesdienst der katholische Speyerer Bischof und derzeitige ACK-Vorsitzende Karl-Heinz Wiesemann sowie dessen Stellvertreter, der orthodoxe Erzpriester Radu Constantin Miron, und weitere Priester unterschiedlicher Konfessionen teil. Gemeinsam begaben sich alle Teilnehmer anschließend zum nahen Mühlenteich, wo ein Gebet für die Stadt gesprochen wurde. 

Professorin Dr. Nicole C. Kara­fyllis von der Technischen Universität Braunschweig hielt dann in der katholischen Propsteikirche Herz Jesu einen Festvortrag, bevor der Abend bei Gespräch und Wein im Lübecker Dom endete. Die zentrale Feier zum Tag der Schöpfung des nächsten Jahres findet am 7. September in Starkow in Mecklenburg statt.

Text u. Foto: Marco Heinen