02.11.2016

Diözesaner Sternsingertag gab einen Vorgeschmack auf die Dreikönigsaktion 2017

Die Kamele sind wichtig

Die Kinder in Deutschland haben ihre Wunschzettel zu Weihnachten noch nicht geschrieben. Für die Kinder in der kenianischen Provinz Turkana steht der größte Wunsch fest: Wasser! Darum geht es in der Sternsingeraktion 2017. 

Mit neu gestalteten Kronen auf dem Weg: Noch haben die Sternsinger Zeit, bis es in den richtigen Einsatz geht.        Foto: Ralf Adloff

Braune Hügel, hohe Berge und immer blauer Himmel: Schön ist es im Nordwesten Kenias, wo die zehnjährige Aweet mit ihren drei Schwestern und ihren Eltern lebt. 

Kein geringerer als der Weltentdecker und Reporter Willi Weitzel hat sich erneut für die Sternsinger aufgemacht, um das Aktionsland für die Kronenträger zu entdecken. Gebannt starrten in Hamburg 200 Kinderaugen auf die Leinwand, wo Willi mit der zehnjährigen Aweet Wasser für die ganze Familie holte. 

Kanister mit etwa der selben Wassermenge standen auch für die Kinder im Saal bereit. Hier galt es, das Gewicht auf den Schultern, oder wie im Film auf dem Kopf, zu spüren und den Kanister ein paar Meter durch den Saal zu tragen. Dazu der zehnjährige Pascal Köhn aus Oldenburg: „Das Gewicht vom Kanister geht ja so gerade noch. Wenn ich mir aber vorstelle, dass ich für mich und meine zwei Geschwister Wasser bei 40 Grad Hitze in diesen Kanistern holen muss, dann ist das doch total anstrengend. Mir ist es da lieber, einfach den Wasserhahn aufdrehen zu können.“

Dass eine Königin und ein König nicht ohne Krone unterwegs sein kann, dies war allen Kindern klar. So legten sich die Majestäten beim Kronenbauworkshop mächtig ins Zeug. Da wurden Glitzersteinchen zu kunstvollen Mus-tern verklebt und die Krone mit Schriftzügen verziert.

Doch was sind Sternsinger ohne ihre Lieder? Pascal Köhn:  „Ich bin ja erst das zweite Jahr dabei. Die Lieder kann ich noch so etwas summen, den Text kann ich aber leider nicht mehr. Ich freue mich nachher auf den Liederworkshop. Da kann ich alte, aber auch neue Lieder üben.“ Ein ganz neues Lied, das bei einem Sternsingerkonzert mit Erzbischof Stefan erklang, hieß: „Hören auf dein Wort...“ 

Ein Pilotprojekt, das sonst niemand hat 

Daniela Dicker vom Kindermissionswerk hat dieses Lied geschrieben, ebenso wie etliche Sternsingerlieder, die inzwischen zu Hits an den Haustüren geworden sind. Auch sie war in Hamburg dabei: „Ein solcher Sternsingertag ist etwas ganz Besonderes“, sagte Daniela Dicker, „wer einmal in einem ganz großen Chor gesungen hat, geht nachher ganz anders los.“ 

Das Erlebnis des großen Ganzen war auch Absicht der Organisatoren, auch wenn ein anderer Termin, außerhalb der Herbstferien,  wohl noch mehr Kinder angezogen hätte. „Es gibt Gemeinden, die so eine Vorbereitung nicht mehr allein auf die Beine stellen können“, sagt BDKJ-Diözesanvorsitzende Joana Düvel. „Für uns war das ein Pilotprojekt, und ich freue mich, dass doch viele Kinder aus dem ganzen Bistum gekommen sind.“ Wobei die Sternsinger aus Niebüll den weitesten Weg hatten – aber auch aus Boizenburg oder Heiligenhafen waren Könige angereist, natürlich mit ihren Kamelen. Kein Spaß: „Kamele“ nennen die Leute vom Kindermissionswerk die Begleiter der Sternsinger. „Die Kamele sind wichtig!“, sagt Daniela Dicker. 

Erzbischof Stefan etwa hat seine Sternsingerkarriere als Kamel begonnen. „In meiner Heimatgemeinde gab es keine Sternsinger“, erzählt er. Später, als Kaplan, ging er mit Sternsingern in einen sozialen Brennpunkt. „In den Hochhäusern machte man als Sternsinger nicht nur schöne Erfahrungen. Deshalb gingen nur die Älteren dort singen, und der Kaplan musste mit.“  www.sternsinger.de

Text: Ralf Adloff/Andreas Hüser