16.08.2013

Neubrandenburger Kolpinger besuchen ein Dorf in Tansania, wo sie eine Gesundheitsstation fördern

Die Hilfe kommt an

Neubrandenburg. Seit langem unterstützen Kolping-Mitglieder aus Neubrandenburg eine Gesundheitsstation in einem kleinen Dorf in Tansania. Erstmals waren Vertreter der Spender jetzt vor Ort und haben gesehen: Unsere Hilfe kommt an!

Man hört ihn förmlich, den Klang der afrikanischen Buschtrommeln, man sieht sie, die kleinen, farbenfroh gekleideten Tänzer, die sich im Takt gazellengleich bewegen. Heute haben sie sich besonders fein gemacht, zu Ehren der Deutschen, vom Bürgermeister bis zum Schulleiter ist alles auf den Beinen in dem kleinen Buschdorf unweit des Viktoriasees. Die Deutschen, das sind zehn Vertreter des Kolping-Diözesanverbandes aus dem Erzbistum, darunter vier Mitglieder der Kolpingsfamilie Neubrandenburg. Der Eine-Welt-Beauftragte des-Diözesanverbandes, Walter Mahr, ist schon das vierte Mal im Partnerland. Die Kolpingsfamilie Neubrandenburg ist erstmalig bei einer solchen Reise vertreten. Sie engagiert sich seit vielen Jahren direkt für die Gesundheitsstation in Ngote, so dass der Besuch in diesem Dorf ein Schwerpunkt dieser Informationsreise bildete.

Bildunterschrift

Thomas Gesswein, Vorsitzender der Neubrandenburger Kolpingsfamilie, zeigt sich besonders beeindruckt und dankbar, dass die Gesundheitsstation seit 15 Jahren läuft und die Spenden direkt bei den Menschen im Busch ankommen. So kann mit den jährlichen Spenden aus Neubrandenburg das Gehalt von zwei Krankenschwestern finanziert werden, die sich gemeinsam mit weiteren Ordensschwestern um Malaria- und Aidskranke, um dringend benötigte Medikamente und die Mütterberatung kümmern. Allein an diesem Besuchstag kamen 15 junge Mütter mit ihren Babys, um an einer Impfaktion teilzunehmen.
Neben der Gesundheitsstation in Ngote besuchten die Kolpingsvertreter weitere Hilfsprojekte in der Provinzhauptstadt Bukoba und Umgebung, etwa zur Förderung der genossenschaftlich organisierten, landwirtschaftlichen Produktion beim Bananen-, Kaffee- und Ananasanbau durch Bewässerung, Kompostierung und Düngung. Wie umfassend das Kolpingwerk als Bildungsträger agiert, verdeutlichte ein Besuch im Adolf-Kolping-Kindergarten und in der gleichnamigen Schule ebenfalls in Bukoba. Übrigens ist das Wort „Kindergarten“ das einzige deutsche Wort, das sich in der einstigen deutschen Kolonie in der Landessprache Suaheli behauptet hat, und auch dies spricht Bände für die hier geleistete Bildungsarbeit.

Und natürlich gab es zur Abrundung des 10tägigen Besuchsprogramms Afrika live, mit Serengeti und Savanne. „Mich laust der Affe“, mag so mancher gedacht haben, als sich ein Äffchen direkt neben dem Rückspiegel postierte und auch die Begegnung mit Gnus, kleinen Elefantenherden und dem selten zu beobachtenden Leoparden ließ den Traum von Afrika Wirklichkeit werden. Thomas Gesswein und die anderen Mitreisenden hielten diese Momente in Bild und Notizen fest, um in ihren Gemeinden nach der Sommerpause von dieser Reise zu berichten. Ob es die Reise des Lebens war? – Bis jetzt ja, schmunzelt Thomas Gesswein, denn die sBuschtrommeln „trommeln“ bereits zu einem weiteren Ereignis: das 25jährige Bestehen des Kolpingwerkes Tansania im kommenden Jahr…

Marina Dodt

Foto: privat