19.10.2016

Die Katholische Hochschulgemeinde Hamburg lädt zum 70-jährigen Bestehen ein

Die Feste feiern, wie sie fallen

Die Katholische Hochschulgemeinde Hamburg feiert ihr 70-jähriges Bestehen. Zu Festgottesdienst und Empfang am 26. Oktober werden Hamburgs Wissenschaftssenatorin und Zweite Bürgermeisterin Katharina Fegebank (Grüne) und Uni-Präsident Dieter Lenzen erwartet.

Aus dem Fotoalbum der KHG: Segeltour in diesem Sommer auf der Ostsee.     Fotos: Ferencik/KHG

Den Gottesdienst um 19 Uhr in der Kapelle der Katholischen Hochschulgemeinde (KHG) feiert Dompropst Franz-Peter Spiza. Auch der Provinzialmeister der Deutschen Franzikanerprovinz, Cornelius Bohl, kommt zu diesem Anlass nach Hamburg. 

Ein richtiges Gründungsdatum für die KHG gibt es indes nicht. Das erste schriftliche Zeugnis für die Existenz einer Studentenseelsorge in der Hansestadt nach Kriegsende ist ein Brief, in dem der Jesuit Pater Hans Wulf den damaligen Bischof von Osna-brück, Wilhelm Berning, um finanzielle Unterstützung für notdürftige Studenten bittet. In Osnabrück kam der Brief aus Hamburg am 26. Oktober an. Damit ist das Gründungsdatum – der 26. Oktober – gesetzt. 

Man muss die Feste feiern, wie sie fallen, sagt Hochschulpfarrer Pater Thomas Ferencik. „Das ist ein guter Anlass, um einzuladen um Verbindungen zu schaffen und mal wieder über den Tellerrand zu schauen“, findet Hochschulpfarrer Pater Thomas Ferencik, der immerhin schon 15 Jahre dabei ist. Zum Empfang wird der Film gezeigt, den die Gemeindemitglieder im vergangenen
Semester über die KHG gedreht haben. Und natürlich liegt ein Fotoalbum mit den Erinnerungen an die Aktivitäten aus den vergangenen Jahrzehnten aus. 

Ihren ersten Standort hatte die Hochschulgemeinde Beim Schlump 57, wo der Jesuitenorden ein Grundstück besaß. Damals gehörte es sich noch so, dass die Studenten mit dem Hahnenschrei um 7 Uhr morgens am Gottesdienst teilnahmen, so erzählt es die Chronik. 1966 bezog die Studentengemeinde das neu erbaute Alfred-Delp-Haus an der Rentzelstraße 17, das 1989 an den Verband der römisch-katholischen Kirchengemeinden übertragen wurde. Der Jesuitenorden beendete seinen Dienst im Jahr 2000. Stattdessen übernahmen die Franziskaner die pastorale Begleitung. 2001 zog die Studentengemeinde ins Franziskus-Kolleg an der Sedanstr. 23 um. 

Rund 80 Studenten treffen sich in diesem Wintersemester in der KHG. „Viele von ihnen waren in ihren Heimatgemeinden kirchlich aktiv und sind froh, neben dem Studium Kontakte zu knüpfen und gemeinsam etwas zu unternehmen“, erzählt der Hochschulpfarrer. „Bildung, Dialog und Begegnung“ nennt Pater Thomas die Pfeiler seiner Arbeit. Jour fixe ist der Mittwoch mit Gottesdienst und Gemeindeabend. Jedes Semester ist einem Thema gewidmet, zu dem Referenten eingeladen werden. Danach wird diskutiert. Bekannte Theologen wie Herbert Vorgrimler und Johannes Brosseder, Bundestagspräsident Norbert Lammers und der Fernsehjournalist Tom Buhrow gehörten zu den Gästen. 

Im Bereich Dialog und Begegnung fällt das Miteinander mit anderen Hochschulgemeinden. Vor zehn Jahren wurde der Raum der Stille eingeweiht. Mit der Islamischen Hochschulgemeinde gibt es einmal jährlich eine Verabredung zum Bowlen. Fahrten – zu anderen Studentengemeinden im Norden, zum Weihnachtsmarkt nach Lübeck – runden das Semes-terprogramm ab. 

Auch Erinnerungsfotos vom Segeln auf der Ostsee, von einer Assisi-Wallfahrt, der Islandreise gehören ins Fotoalbum. Im kommenden Frühjahr hat Pater Thomas eine Fahrt nach Berlin mit Führung durch Bundestag und Kanzleramt geplant. Und im Sommer wollen die Studenten auf den Spuren Luthers nach Magdeburg, Wittenberg, Eisleben, Erfurt und Eisenach reisen. 

Weitere Infos unter www.khg-hamburg.de

Text: Monika Sendker