11.11.2015

Erzbischof Heße zelebriert Gedenkgottesdienst in der Lübecker Propsteikirche Herz Jesu

Die Einzigartigkeit der vier Märtyrer

Katholische und evangelische Christen haben am Dienstagabend in Lübeck der Lübecker Märtyrer gedacht. Sie waren am 10. November 1943 von den Nationalsozialisten hingerichtet worden.

In der Krypta der Herz Jesu Kirche wurde das Martyrologium verlesen.   Foto: Marco Heinen

An dem von Erzbischof Stefan Heße zelebrierten Pontifikalamt in der Propsteikirche Herz Jesu nahmen auch sein Amtsvorgänger, der emeritierte Erzbischof Werner Thissen sowie General-vikar Ansgar Thim und die evangelische Pröpstin Petra Kallies teil. Zu Beginn hatten sich zur Todesstunde um 18 Uhr die Geistlichen in der Krypta der Kirche versammelt, wo das Martyrologium verlesen wurde. 

Der Erzbischof hob in seiner Predigt die Einzigartigkeit eines jeden der Vier hervor. „Es sind die vier Lübecker Geistlichen, an die wir heute denken: der evangelische Pfarrer Karl Friedrich Stellbrink, der Kaplan Johannes Prassek, Vikar Hermann Lange und Adjunkt Eduard Müller“, sagte Heße. Bevor man von der Gruppe der vier Geistlichen spreche, müsse auf jeden Einzelnen und seine Berufungsgeschichte geschaut werden. Jeder von ihnen habe seine ganz eigenen Charakterzüge gehabt. Die Geistlichen hätten ihre Individualität bewusst ins Ganze eingebracht. „Diese Gemeinschaft lässt sich dann durch die Gefangenschaft und selbst den Tod nicht mehr auseinanderdividieren“, so Heße. Die Geistlichen hatten während der NS-Zeit in Lübeck gewirkt und in Predigten und persönlichen Zeugnissen gegen die Ideologie der Nationalsozialisten Stellung bezogen, wofür sie zum Tode verurteilt wurden. Die Lübecker Märtyrer wurden am 25. Juni 2011 in Lübeck selig gesprochen, Pastor Stellbrink wurde dabei ehrend gedacht.

Text u. Foto: Marco Heinen/kna