28.06.2017

G20 in Hamburg: Ökumenischer Gottesdienst in evangelischer Hauptkirche St. Katharinen

In der Stadt bleiben und Flagge zeigen

Am Samstag, 8. Juli werden in ganz Hamburg die Glocken läuten. Christen aus Hamburg feiern dann in der Katharinenkirche einen Gottesdienst – und beten für die 20 Staatschefs des G 20-Gipfels. Danach folgt ein Bühnenprogramm.

Evangelische Hauptkirche St. Katharinen in Hamburg
Hauptkirche St. Katha­­rinen, hier ist der G20-Gottesdienst.  Foto: Cherubino

In einem Brief an alle katholischen Gemeinden der Stadt hat Dekan Peter Mies zur Mitfeier aufgerufen. „Bringen wir uns mit unserem christlichen Auftrag ein in die Tage des Gipfels, an dem die ganze Welt nach Hamburg schaut. Machen wir dabei deutlich, was uns trägt und Kraft gibt . Vertrauen wir auf den Geist Gottes, der Menschen verwandeln und ihre Vorhaben zum Guten lenken kann“, schreibt der Regionaldekan und Dompfarrer. 

Der Gottesdienst beginnt um 10.30 Uhr in St. Katharinen, anschließend folgt ein Bühnenprogramm. Die Predigt hält Jason Gordon, katholischer Bischof der Karibikinsel Barbados. Dabei sind Bischöfin Kirsten Fehrs, Erzbischof Stefan Heße, Hamburgs zweite Bürgermeisterin Katharina Fegebank und Misereor-Vertreter Klaus Schilder. 

Nach dem Bühnenprogramm startet von der Kirche aus unter dem Titel „Hamburg zeigt Haltung“ ein Demonstrationszug zu einem Fest auf dem Fischmarkt. Anders als bei den zahlreichen Protestdemonstrationen zum G 20 soll bei diesem Zug die „Mitte der Gesellschaft“ auf die Straße gehen, auch das kirchliche Bündnis „global.gerecht.gestalten“ ist beteiligt.

Beim G 20: Vertrauen auf den Geist Gottes  

Stephan Dreyer, als Leiter des katholischen Büros für die politischen Kontakte der katholischen Kirche zuständig, sagt zu dieser Aktion: „Das Erzbistum Hamburg und die Nordkirche treten mit vielen anderen dafür ein, mit dem Gipfel und vor allem mit den begleitenden Aktionen und Protesten ein Zeichen zu setzen für einen freiheitlich demokratischen Rechtsstaat, der die Meinungsfreiheit achtet und fördert.“ Stephan Dreyer rät dazu, sich von den Spekulationen über Gewalttaten während des G 20 nicht einschüchtern zu lassen, sondern als Christen präsent zu sein: „Vielleicht werden nicht alle Demonstrationen friedlich verlaufen. Aber die Hamburger Behörden sehen sich in der Lage, die Sicherheit in der Stadt zu gewährleisten. Deshalb gibt es keinen Grund, an diesen Tagen die Innenstadt zu meiden. Im Gegenteil: Je mehr Menschen zum Ökumenischen Gottesdienst, zur Demonstration und zum Fest auf dem Fischmarkt kommen, desto eindrucksvoller wird unser Zeugnis sein.“ Neben den Teilnehmern und Organisatoren von Gottesdienst und Friedensgebeten in den Stadtteilen rüsten sich auch andere katholische Organisationen für den Gipfel. Katholische Polizei- und Notfallseelsorger aus ganz Deutschland werden bereitstehen, Malteser aus dem Erzbistum stellen Einsatzfahrzeuge und Sanitäter zur Verfügung.

Text: Andreas Hüser