18.01.2017

Fünf Kirchen, zwei Kapellen. Der Pastorale Raum Parchim-Lübz ist klein aber weltoffen

Der Kleinste fängt an

Lange war das Gebiet zwischen Schwerin und dem Plauer See ein weißer Fleck in der Zukunftsplanung des Erzbistums Hamburg. Jetzt  geht auch der letzte Pastorale Raum in Mecklenburg an den Start. 

Dieses Gebiet umfasst der Pastorale Raum Parchim-Lübz. 
Fast alle sozialen Dienste sind in Parchim konzentriert. 
Grafik: Andreas Schramm

Wenn am Samstag, 4. Februar, in Parchim die große Auftaktveranstaltung startet, werden nicht nur Katholiken das Gemeindehaus am Vogelsang füllen. Der Leiter der Entwicklung, Pfarrer Orphée-Honorat Agbahey, hat Politiker aus der Region, die Bürgermeister aller fünf Kirchenstandorte, die Polizei und die evangelischen Pastoren eingeladen. Und bei der nun beginnenden Entwicklung soll auch mindestens ein Berater mitwirken, der gar keiner christlichen Konfession angehört. 

„Gerade diese Leute brauchen wir“, sagt Pfarrer Agbahey. „Wir wollen auch Anregungen von außen bekommen und wissen, was Andersdenkende von uns erwarten.“ Und schließlich stehe bei der Konzeption der künftigen Pfarrei die Frage an: Wozu ist die katholische Kirche in der Region von Parchim, Crivitz, Goldberg, Lübz und Plau da? 

Das Gebiet ist überschaubar. Fünf Kirchen und 2200 Katholiken. Von der Zahl der Gläubigen her ist der Pastorale Raum Parchim-Lübz – im Volksmund kurz „LPG“ genannt – der kleinste Pas-torale Raum im Bistum. Von der Fläche her liegt er im Mittelfeld, die Hamburger Räume, Kiel und Lübeck sind alle kleiner. 

Obwohl die katholischen Gemeinden im südlichen Mecklenburg nicht groß sind, spielen sie in ihren Städten nicht nur eine versteckte Nebenrolle. Die Kita St. Josef in Parchim und das Altenpflegeheim St. Nikolaus nutzen nicht nur Christen aus der Umgebung. Das gleiche gilt für die Caritas-Sozialstation und den ambulanten Hospizdienst. Und das Edith-Stein-Haus ist nicht nur Exerzitien- und Bildungshaus für Mecklenburger Katholiken, sondern Gastgeber für Tagungen weit über regionale und konfessionelle Grenzen hinweg. 

Zwar gibt es nur in der größten Stadt des Pastoralen Raums, in Parchim, solche „Orte kirchlichen Lebens“. Aber das Zusammenspiel zwischen sozialer Arbeit und Gemeindepastoral klappt hier schon besser als an anderen Orten. So sind die Kapellen im Edith-Stein-Haus und im Altenheim nicht nur für hausinterne Gottesdienste da. Pfarrer Agbahey: „Auch im Altenheim gibt es regelmäßig Gottesdienste. Am Samstag feiern wir die Vorabendmesse für die ganze Gemeinde in der Kapelle des Altenheims.“

Chancen für neue Aktivitäten bieten sich auch in den anderen Orten des Raumes. Plau am See ist ein viel besuchter Tourismus-ort. Dort ist die katholische Kirche seit einigen Jahren direkt in einem Haus am Marktplatz zu finden, Vorträge des Thomas-Morus-Bildungswerkes finden in einer großen Kurklinik statt. Goldberg besitzt das interessanteste Gotteshaus. Die katholische Kirche war einmal eine Synagoge, die unbenutzt war, bis die katholische Kirche 1925 das Haus kaufte und zur Kirche umbaute. 

Beginn der Auftaktveranstaltung ist am 4. Februar um 9.30 Uhr, um 10 Uhr folgt ein geistlicher Impuls, den Abschluss bildet eine Ansgarvesper um 15.30 Uhr.

Text: Andreas Hüser