25.10.2017

Militärdekan Michael Gmelch schreibt ein Adventsbuch

Das Licht der Welt entdecken

Der Flensburger Militärdekan Michael Gmelch hat sein neues Buch vorgestellt. Es handelt vom Advent, jedoch nicht im engeren Sinn. Der Autor will Denkanstöße für das eigene Handeln geben.

Kamel im Morgenlicht der Wüste
Wüstenschiff im Morgenlicht: ein Foto, das auf einer der Reisen des Priesters in die Sahara entstand und sich auch im Buch wiederfindet.  Foto: Michael Gmelch

Warum feiern wir Weihnachten? Was war noch mal an Ostern? Und was hat es eigentlich mit dieser ominösen Adventszeit auf sich? In einer Gesellschaft, in der sich immer mehr Menschen vom Glauben entfernen, verliert sich selbst das Grundwissen über die Fest- und Feiertage. Lebkuchen, die schon Ende September in den Supermärkten verkauft werden, oder „erotische Adventskalender“ sind da Symp­tome einer tiefergehenden Entfremdung. 

Dass das so ist, erlebt auch der Militärdekan Michael Gmelch immer wieder. „Sehr viele Menschen wissen mit dem Wort Advent überhaupt nichts mehr anzufangen“, sagt er. Und so entstand bei ihm schon vor vielen Jahren die Idee, ein Buch über den Advent zu schreiben. Im Offiziersheim der Marineschule Mürwik in Flensburg stellte er es kürzlich gemeinsam mit dem Leitenden Militärdekan Msgr. Rainer Schadt vor 120 Gästen vor. Dass dabei Teelichter auf den Tischen standen, flotte, aber weihnachtliche Musik zur Begrüßung gespielt wurde und Gmelch eine „Advents-Krawatte“ trug, darf dabei durchaus als bewusste Irritation verstanden werden, ebenso wie der Buchtitel: „Advent ist immer. Auf dem Weg zu Licht und Leben.“ 

Es ist kein frommes Buch im engeren Sinn, das Gmelch geschrieben hat. „Ich wollte in einer verständlichen Sprache darauf hinweisen, dass wir in der Kirche im Advent wichtige Themen besprechen, die etwas mit Sehnsucht, mit Glück, mit Heimat und mit Erlösung zu tun haben“, so der Autor. Lebensfindung, wuchtige Emotionen – all das habe es schon zu Zeiten des Volkes Israel im Babylonischen Exil gegeben. „Und solche Themen habe ich aufgegriffen, die uns eigentlich immer beschäftigen – nicht nur im Advent, nicht nur in den paar Tagen vor Weihnachten.“

Das Buch unterteilt sich in 24 Tage (die Anlehnung an den Adventskalender ist offensichtlich) und einen Tag „in der Transitzone“. Zu jedem Tag gibt es einen kleinen Impulstext, dazu eine als „Herausforderung für heute“ überschriebene Sequenz und eine konkrete Handlungsanweisung, etwa, sich auf einen Perspektiv­wechsel einzulassen oder sich einen Moment der Stille zu gönnen. Vor allem aber geht es immer wieder um das Licht, nicht nur in den Texten, sondern auch auf den Fotos, die Gmelch auf seinen zahlreichen Auslandsreisen gemacht hat. 

Das Licht zieht sich als Motiv durch die ganze Bibel und ist ein Motiv, das sich auch Menschen ohne Bezug zur Kirche eröffnet: „Wo auch immer man im Alltag mit Licht in Berührung kommt, kann man bei genauem Hinsehen eine Aussage zu dem finden, was wir im Advent und an Weihnachten feiern“, sagt Gmelch und verweist auf das Johannesevangelium: „Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, wird nicht wandeln in Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben.“ (Joh 8,12)

So unternimmt der Autor den Versuch, auch kirchenferne Menschen mit dem Evangelium in Kontakt zu bringen und es für ihren Alltag zu übersetzen – und zwar nicht als schöngeistige Literatur zur spirituellen Erbauung, sondern mit dem Blick des Pastoraltheologen für das Praktische: als Versuch, Denkanstöße für das eigene Handeln zu geben.

„Wer sich den Advent nicht nehmen lassen oder für sich neu entdecken will, für den ist dieses Buch geschrieben“, schreibt Gmelch im Vorwort. Und wer einen lieben Menschen mit einem Adventskalender bedenken will, hätte mit dem Buch schon ein Geschenk, das über den einen Tag hinausweist.

Michael Gmelch: Advent ist immer. Auf dem Weg zu Licht und Leben. 160 Seiten mit 25 Farbfotos. Echter Verlag, Würzburg. Fester Einband; 14,90 Euro;
ISBN: 978-3-429-04396-4

​​​​​​​Text: Marco Heinen

Militärdekan Dr. Dr. Michael GmelchInformationen zum Autor:

Dr. Dr. Michael Gmelch (58), der als Militärseelsorger zahlreiche Auslandseinsätze der Bundeswehr begleitet hat und Autor mehrerer Bücher ist, leitet das Militärpfarramt in Flensburg. Der gebürtige Schwabacher wurde in Eichstätt zum Priester geweiht. Ab Januar 2018 wechselt er als Leiter der katholischen Hochschulgemeinde und Studentenseelsorger sowie als Lehrbeauftragter für das Fach Ethik an die Universität der Bundeswehr in München-Neubiberg.