18.01.2017

Die Pastoralen Räume ersetzen die „mittlere Ebene“ der alten Bistumsstruktur

Das Ende der Dekanate

Mit dem Jahreswechsel ist im Erzbistum eine lange Tradition zu Ende gegangen. Es gibt keine Dekanate mehr. Grund ist unter anderem die neue Gebietsstruktur im Bistum. 

Im Wort „Dekanat“ steckt das griechische Wort für „zehn“. Ungefähr so viele Pfarreien bildeten ein Dekanat. Sein Chef, der Dechant, hatte bestimmte Aufsichts-Befugnisse. Die Seelsorger pflegten den Austausch in Dekanatskonferenzen. Übergemeindliche Aufgaben wurden oft auf Dekanatsebene geregelt. So gab es „Dekanatsjugendseelsorger“, oder in Mecklenburg die Dekanatssprecher der Katholischen Jugend und die großen Dekanatswallfahrten.

17 Dekanate gab es im Erzbistum Hamburg. Dass diese Einheit verschwindet, liegt an der neuen Einteilung der Pfarreien. „Wir haben demnächst 28 Pastorale Räume“, erläutert Kirchenrechtler Dr. Klaus Kottmann. „Die Zahl von zehn, die der Idee der Dekanate zu Grunde liegt, erreichen wir also in jeder Region.“ Auf Landesebene bestehen jetzt die Pastoralforen, an der Spitze stehen die drei Regionaldekane. „Eine mittlere Strukturebene darunter ist damit nicht mehr sinnvoll“, sagt Klaus Kottmann. Schon in den vergangenen Jahren sei  das Modell nicht mehr gut umsetzbar gewesen. Weil viele Pfarrer schon für mehrere Pfarreien zuständig waren, gab es Dekanate mit nur zwei Pfarrern. Eine „echte“ Dechantenwahl mit mehreren Kandidaten sei am Ende selten geworden. 

Dekanatswallfahrt in Burg Stargard (2013).
Archivfoto: Unverricht

 

Rechtlich verschwindet die Größe Dekanat. Aber an einigen Stellen leben die Dekanate in anderer Form weiter. „Uns war der Austausch immer sehr wichtig. Wir werden ihn auch in Zukunft pflegen“, sagt Peter Schwientek, Pfarrer in Wismar und einer der dienstältesten Dechanten im Bistum. Bei den Konferenzen des Dekanats Schwerin kamen mehr als 20 pastorale Mitarbeiter zusammen. „Wir arbeiten immer thematisch und es gibt eine geistliche Begleitung. Das werden wir fortführen, auch wenn wir bald drei Pastorale Räume sind.“ Die Konferenz, an der auch Vertreter von karitativen Diensten und Orden teilnehmen, wird nur einen anderen Namen bekommen: Sie heißt ab jetzt Pastoralkonferenz der Region Westmecklenburg. Und natürlich gibt es auch in diesem Sommer die Wallfahrt. Am 25. Juni pilgern die Katholiken des ehemaligen Dekanates Schwerin nach Dreilützow.

Text: Andreas Hüser