15.05.2015

Segnung homosexueller Paare

Bischofskonferenz rügt ZdK

Das Zentralkomitee der deutschen Katholiken war auf der Vollversammlung am vergangenen Wochenende vorgeprescht und forderte in einem Papier die Weiterentwicklung liturgischer Formen und die Segnung von gleichgeschlechtlichen Paaren und Partnerschaften Geschiedener. Die Bischofskonferenz rügt das ZdK dafür.

 

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz rügte das Papier des ZdK. Foto: kna-bild

Die Deutsche Bischofskonferenz hat Forderungen des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK) nach einer Segnung homosexueller Paare deutlich kritisiert. "Die Forderung nach einer Segnung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften und einer zweiten kirchlich nicht anerkannten Ehe ist mit Lehre und Tradition der Kirche nicht vereinbar", erklärte der Konferenzvorsitzende, Reinhard Marx. Auch die Forderung nach einer "vorbehaltlosen Akzeptanz" des Zusammenlebens in festen gleichgeschlechtlichen Partnerschaften widerspreche der Lehre und Tradition der Kirche. 

"Beide Themen bedürfen einer weiteren theologischen Klärung und nicht vorschneller, plakativer Forderungen", fügte der Kardinal hinzu. "Eine sicher notwendige theologische Debatte und ein innerkirchlicher Dialog werden so nicht gefördert." ZdK-Generalsekretär Stefan Vesper sagte auf Anfrage, das Katholikenkomitee sei zum Gespräch bereit. Es handele sich um eine wichtige Debatte, in der es auch um das Verhältnis von Lehre und Seelsorge gehe.  

Marx unterstrich zugleich, dass die von der ZdK-Vollversammlung in der vergangenen Woche einstimmig verabschiedete Erklärung "Zwischen Lehre und Lebenswelt Brücken bauen - Familie und Kirche in der Welt von heute" zahlreiche "erfreuliche Aussagen" enthalte, die die theologische und gesellschaftliche Bedeutung der Familie hervorhöben und die Förderung der Familie im kirchlichen Bereich und durch Politik und Gesellschaft förderten. 
 

Bischof Stefan Oster: "Nicht nachvollziehbar"

Bereits in der vergangenen Woche hatte bereits der Passauer Bischof Stefan Oster mit scharfer Kritik auf das ZdK-Papier reagiert und den Beschluss zur Segnung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften als "nicht nachvollziehbar" bezeichnet. Das ZdK, so Oster weiter, leite damit einen "dramatischen Kurswechsel" ein, der vieles betreffe, was die katholische Kirche bisher gültig über Ehe und Sexualität lehre. 

Vesper hatte Osters Kritik zurückgewiesen. Die Erklärung des ZdK beginne mit dem "eindeutigen Bekenntnis" zur "sakramentalen Ehe als Modell für eine lebenslange Bindung", sagte er. Das ZdK stehe klar zu diesem Lebensmodell und ermutige Paare zum Eheversprechen und zur Gründung einer Familie. Allerdings erkenne das Gremium auch an, dass viele der Werte, "die die sakramentale Ehe als Bild für den Bund zwischen Gott und Menschen auszeichnen", heute auch "in anderen Partnerschafts- und Familienformen gelebt werden", betonte der ZdK-Generalsekretär weiter.  

Daher habe sich das Komitee auch für eine "Weiterentwicklung von liturgischen Formen, insbesondere Segnungen gleichgeschlechtlicher Partnerschaften, neuer Partnerschaften Geschiedener und für wichtige Weichenstellungen im Familienleben" ausgesprochen. Diese Äußerungen seien aber im Kontext der gesamten Erklärung zu sehen und kein Angriff auf die kirchliche Lehre, sagte Vesper.

kna