30.05.2016

Das InVia-Sozialkaufhaus fairKauf in Harburg gibt Gebrauchtem wieder einen neuen Wert

Aus Krawatten werden Überzüge

Seit seiner Gründung 2009 ist das InVia-Sozialkaufhaus fairKauf in Harburg zu einer wichtigen Institution geworden. Die Nachfrage ist oft größer als das Angebot – Spenden sind deshalb jederzeit willkommen. Gerade werden zum Beispiel dringend Europaletten benötigt.

Heinz Schramm und Marianne Sorokowski leiten das Sozialkaufhaus „fairKauf hamburg“. Foto: Matthias Greve

Die Kunden genießen im Sozial-kaufhaus „fairKauf hamburg“ eine besondere Exklusivität. „Bei uns können nur Menschen mit einem nachgewiesenen geringen Einkommen einkaufen“, sagt Marianne Sorokowski. Sie leitet gemeinsam mit Heinz Schramm den Betrieb des katholischen Fachverbandes InVia Hamburg.

Das breite Sortiment umfasst Möbel, Bekleidung und Haushaltsgegenstände. Oft sind es nur symbolische Preise, die dafür verlangt werden, aber es wird nichts verschenkt. Eine gegenseitige Wertschätzung drücke sich darin aus, erklärt Marianne Sorokowski.
Und die Nachfrage ist groß. „Besonders Möbelstücke werden meist schon am selben Tag, an dem sie in die Ausstellungsräume kommen, gleich wieder verkauft.“

Dass alle Second-Hand-Artikel in einem guten Zustand sind, dafür sorgen momentan 64 Mitarbeiter, die vom Jobcenter Team-arbeit Hamburg für eine Arbeitsgelegenheit (AGH) im Rahmen der Arbeitsmarktförderung vermittelt wurden. Unter fachkundiger Anleitung arbeiten sie in den unterschiedlichen Arbeitsbereichen die Spenden wieder auf. „Die Mitarbeiter erfahren hier eine Stärkung ihrer Fähigkeiten und gewinnen neues Selbstvertrauen“, sagt Marianne Sorokowski. Und in den hauseigenen Werkstätten mangelt es nicht an Arbeit. Neben der Textilwerkstatt gibt es eine eigene Holzwerkstatt, das Verkaufsteam kümmert sich um die Beratung der Kunden, ein Verwaltungsteam erledigt Terminabsprachen und Organisatorisches.

Nicht zu vergessen ist das zwölfköpfige Transportteam, das im ganzen Hamburger Raum Spenden abholt und bei Bedarf auch sperrige Einkäufe direkt nach Hause liefert. Das Angebot der hauseigenen Gastronomie kann auch von Besuchern genutzt werden, die nicht für den Einkauf berechtigt sind.

Spenden sind im fairKauf immer gefragt. Rund 200 Kunden täglich zeugen von einem gleichbleibend hohen Bedarf. Nach dem großen Zustrom von Flüchtlingen im vergangenen Jahr sind für Bleibeberechtigte besonders auch Wohnungs- und Haushaltsausstattungen noch einmal mehr gefragt. Daneben werden Kleidung, Spielzeug, Betten, Schlaf-sofas und Schränke besonders benötigt. 

Auch „Rohstoffe“, wie Holz und Textilien sind gesucht. Denn das Sozialkaufhaus hat sich seit einiger Zeit auch dem „Upcycling“ verschrieben. Dabei werden aus nicht mehr gebrauchten Gegenständen ganz neue Produkte gefertigt. Aus alten Krawatten entstanden so etwa Hussen für Stühle. 

Gruppen, die mehr über die Arbeit und die Abläufe im fairKauf hamburg erfahren möchten, sind nach Anmeldung gern zu Besichtigungen eingeladen.

Gut erhaltene Kleidung, Möbel, Spielzeug oder Haushaltsausstattung können als Spenden direkt im Sozialkaufhaus fairKauf hamburg, Küchgarten 19, abgeben werden. 

Abholtermine können unter Tel. 040 / 79 14 16 77 15, E-Mail: fairkauf@invia-hamburg.de vereinbart werden.

Text u. Foto: Matthias Greve