24.05.2017

Erzbischof Stefan Heße spricht vor 500 Pilgern beim Wallfahrtsgottesdienst in Burg Stargard

Auf Gott ist immer Verlass

Was hat die Hoffnung auf den Beistand Gottes mit den Problemen in der Türkei zu tun? Sehr viel, sagte Erzbischof Stefan Heße vor 500 Pilgern in Burg Stargard.
„In extremen Situationen wollen wir jemanden haben, der uns beisteht.“ 

Wallfahrtsgottesdienst in Burg Stargrad
Von schräg oben grüßt die Burg, im Sonnenschein versammeln sich 500 Pilger zur Wallfahrt in Burg Stargard.  Foto: Winfried Wagner

Rund 500 Gläubige aus dem früheren Dekanat Neubrandenburg, zu dem auch Neustrelitz, Waren, Malchow und Stavenhagen gehörten, hatten sich auf den Weg in den hügeligen Ort und zur Wallfahrtskirche Maria Rosenkranzkönigin gemacht. 

„Herr, erneuere deine Kirche und fange bei mir an“, lautete das Motto der Wallfahrt. Und das griff Heße bei sonnigem Wetter mit ansprechenden Bezügen auf. Der Beistand Gottes gelte für die deutschen Soldaten auf dem türkischen Nato-Luftwaffenstützpunkt Incirlik, denen die türkische Regierung derzeit den Besuch von Bundestagsabgeordneten verwehrt, ebenso wie für deutsche Gefangene in türkischen Gefängnissen.

Die Kirche werde nur weiterleben, wenn sie die Hoffnung auf Gottes Beistand weitergeben könne, meinte der Erzbischof später. Das nenne sich Mission. „Alles, was wir an äußeren Dingen haben, ist gut und hilfreich“, erläuterte Heße. Aber ohne den Beistand als inneren Punkt des Lebens, sei alles nichts. So bräuchten Hochzeitspaare die gegenseitige Handreichung eher als den fotogenen Hochzeitskuss, der in den Riten der Kirche eigentlich gar nicht vorgesehen ist. „Verheiratete müssen füreinander einstehen, sich blind vertrauen können.“

Bei alten Menschen zeige sich noch deutlicher, wie wichtig Zeichen des Beistandes sind. Das hätten ihm Besuche auf geriatrischen Stationen deutlich gemacht. Dabei zog Heße eine Parallele zur Technik. „Die Leitung ist gelegt, der Strom liegt an, es braucht nur einen Knopfdruck –das heißt „Gott ist Stand by“. Das höre das ganze Leben nicht auf.

Unter diesem Motto hatten sich auch Jamal und Mutter Nadine Meissel von Malchow aus auf den Weg nach Burg Stargard gemacht. Während viele Gäste den Bücherstand belagerten, schlüpfte der eineinhalbjährige Jamal einfach darunter hindurch. In der Messe hatte der Erzbischof den Jungen gesegnet. „Wir sind zum ersten Mal bei der Wallfahrt“ sagte die 32-jährige Mutter, die sonst in der Pflege arbeitet.

Eine ganz eigene Erfahrung mit dem Wallfahrtsort verbinden jetzt neun Jugendliche aus der Region. Sie sind mit Diakon Georg Taubitz aus Neubrandenburg zu Fuß nach Burg Stargard gepilgert, nachdem sie vorher in Neubrandenburg übernachtet hatten. 1968 gab es die erste Wallfahrt nach Burg Stargard. Das bedeutet: im nächsten Jahr wird ein „goldenes“ Wallfahrtsjubiläum gefeiert.

Text u. Foto: Winfried Wagner