21.04.2017

Taufe und Firmung im Land der Bibel

Auf Betlehems Feldern

In die Fluten des Jordan hineinzutauchen, um die Taufe zu empfangen, ist die schönste Form dieses Sakraments. Ebenso unvergesslich, wer auf Bethlehems Hirtenfeldern Gottes Geist im Firmsakrament empfangen darf.

m Altar die Firmlinge Veronika Paul, Kriemhild Schwank, Marlies Schmiege und Pfarrer Felix Evers
 Am Altar die Firmlinge Veronika Paul, Kriemhild Schwank, Marlies Schmiege und Pfarrer Felix Evers  Foto: Maria Unterberg

Beide Erfahrungen machten Erwachsene, die an der Pilgerreise des Dreikönigsvereins und der katholischen Pfarrei Neubrandenburg teilnahmen. Unter Pfarrer Felix Evers geistlicher Leitung, Dr. Ulrich Thiens Reiseleitung (Emmausreisen) und Gidi Yairis sachkundiger Führung vor Ort machten sich 39 Teilnehmer vom 24. März bis zum 2. April auf den Weg ins Heilige Land, um die Orte hautnah zu erleben, die Weihnachten und in der Kar- und Osterwoche kirchlich gefeiert werden – auch die erst am 22. März frisch renovierte Grabeskirche. 

Auf den Hirtenfeldern in Betlehem empfingen drei Reiseteilnehmer aus Mecklenburg die Firmung durch Pfarrer Felix Evers: Veronika Paul aus Neubrandenburg, Kriemhild Schwanck und Marlies Schmiege aus Neustrelitz. 

Vier Tage später erlebte die Gruppe – vor allem aber die Neubrandenburgerin Kerstin Hieke – etwas ganz Besonderes: Sie empfing die Taufe – nicht über einem heimischen Taufbecken, sondern in dem Fluss, in dem auch Jesus von Johannes getauft wurde: im Jordan. 


Bis zum Hals eingetaucht im Wasser des Jordans

Eine Taufe wie bei Johannes dem Täufer: Kerstin Hieke empfing das Sakrament im Wasser des Jordan
Eine Taufe wie bei Johannes dem Täufer:
Kerstin Hieke empfing das Sakrament
im Wasser des Jordan. Foto: M. Dachner

 Dass eine Pilgerreise Erwachsene dazu bewegt, öffentlich ihr „Ja!“ zu Jesus Christus zu sagen, hat die gesamte Pilgergruppe begeistert. Nachdem Kerstin Hieke bis zum Hals im Jordan untergetaucht war und Pfarrer Evers die sakramentalen Taufworte gesprochen hatte, stimmten alle das Lied an: „Fest soll mein Taufbund immer stehen.“ Alle lauschten dann den bewegenden Dankesworten der Neugetauften: Sie berichtete, dass sie besonders durch die heilige
Messe in Tabgha zu diesem Schritt motiviert worden sei.

Felix Evers schlug auch die die gedankliche Brücke zu Elisabeth Rivet, jener Ordensfrau, die im französischen Widerstand gegen die Nazis gekämpft und nach ihrer Verhaftung ins Konzentrationslager Ravensbrück verschleppt worden war. Elisabeth Rivet wurde zur Patronin des Neubrandenburger Caritas-Altenheims. Ihr Todestag ist der 30. März 1945. An diesem 30. März, 72 Jahre später, wurden die drei erwachsenen Firmlinge auf Betlehems Hirtenfeldern mit Chrisamöl gesalbt. „Hier und heute war der christliche Glaube so intensiv zu spüren wie nie zuvor“, mit diesen Worten beschrieben sie das Erlebnis dieser außergewöhnlichen Firmung. 

In Betlehem besuchten alle Pilger auch das neu eröffnete Hotel des weltberühmten Graffiti-Künstlers Banksy, der dieses direkt an der Grenzmauer hat bauen lassen, um seinen Protest kundzutun – das „Walled-Off-Hotel“.

Dankbar waren alle Pilger besonders dafür, dass der jüdische Reiseleiter Gidi Yairi mit seinen 80 Jahren ein echter Zeitzeuge ist und unvergessliche Führungen durch Israels Geschichte ermöglicht hat. Immer wieder stimmten die Teilnehmer mit ihm das wohl wichtigste Gebet an: Schalom! Frieden!