04.05.2016

Das Pfingstwunder wird in Lübeck wörtlich genommen – Einladung an Menschen aller Nationen zum „Fest der Völker“

Attraktives Programm zur 125-Jahrfeier von Herz Jesu

Lübeck (hix). Die Propsteikirche Herz Jesu wurde am 10. Mai 1891 geweiht, als erstes katholisches Gotteshaus in Lübeck nach der Reformation. Fast auf den Tag genau 125 Jahre später soll das Jubiläum nun mit einem „Fest der Völker“ an Pfingstsonntag (15. Mai) gefeiert werden. 

Die Jünger konnten in anderen Sprachen sprechen und sie verstanden Menschen, die sich fremder Sprachen bedienten: das Pfingstwunder, es soll beim großen Kirchweihjubiläum eine besondere Rolle spielen. „Menschen aller Völker, aller Nationen sind herzlich eingeladen, mit uns zu feiern“, so Mechthild Mäsker vom Kirchenvorstand, die das Programm gemeinsam mit Propst Franz Mecklenfeld vorstellte.

Der Propst verwies auf die begriffliche und geistliche Nähe von „Herz Jesu“ und dem „Jahr der Barmherzigkeit“. In diesem Jahr seien Christen besonders dazu aufgefordert, Kirche und kirchliches Handeln so zu leben, „dass Menschen spüren, Gott ist ein barmherziger und liebender Gott“, so Mecklenfeld. Das Pfingstfest sei ein Hinweis darauf, „dass die Sprache der Menschlichkeit, die Sprache der Barmherzigkeit immer verstanden wird.“ 

Der Tag beginnt mit dem Festgottesdienst um 10.45 Uhr, den Erzbischof Stefan Heße zelebrieren wird. Schon dieser Gottesdienst wird vielsprachig sein, denn schließlich ist Herz Jesu auch die Kirche der kroatischen, der italienischen und der spanischen Mission, deren Landessprachen dann bei den Lesungen und Fürbitten zu hören sein werden. 

Auf dem musikalischen Programm steht die „Spatzenmesse“ von Wolfgang Amadeus Mozart. Unter Leitung von Heiner Arden wird sie von Zsuzsa Bereznai (Sopran), Barbara Rohlfs (Alt),
Achim Kleinlein (Tenor) und Simeon Nachtsheim sowie Mitgliedern des Philharmonischen Orchesters der Hansestadt, des Kirchenchors St. Paulus aus Hamburg-Billstedt und des Propsteichors intoniert.

Danach wird dann gefeiert – mit Musik, kulinarischen Angeboten sowie mit Spiel- und Malaktionen für Kinder. Musikalisch wird das „Fest der Völker“ noch einmal besonders höhrenswert, und zwar mit den Lokalmatadoren des Lübecker Blächbläserensembles „Lemmys Brass“ , dem italienischen „Martino Ensemble“ und einem syrischen Duo: die Geigerin Sousan Eskandar und der Bariton Hussein Atfah, zwei bemerkenswerte Musiker, die als Flüchtlinge nach Deutschland kamen und ein Programm aus klassischer Musik und syrischen Volksliedern präsentieren werden. Um 16 Uhr gibt es dann noch ein pfingstliches Orgelkonzert in der Kirche, mit
Kerstin Petersen an der Orgel.

Zum Thema Barmherzigkeit werden in der Kirche übrigens noch zwölf Bilder gezeigt, Ergebnis der Anfang des Jahres gestarteten „Kunstaktion Barmherzigkeit“, die in Zusammenarbeit mit der „Kunstschule der Gemeinnützigen“ entstand. Dabei hatten sich Kinder und junge Erwachsene zwischen 12 und 18 Jahren mit dem Thema Barmherzigkeit auseinandergesetzt.

Die Parade wird wegen des Festes morgens ab 6 Uhr zwischen der Kapitelstraße und der Hartengrube für den Autoverkehr gesperrt (die Durchfahrt Domhof/Hartengrube und die Zufahrt zum St. Marienkrankenhaus bleiben möglich).

 

Autor: Marco Heinen