08.07.2016

Die Katholiken des Dekanats Rostock trafen sich am Doberaner Münster

Angerührt von Gottes Liebe

Bad Doberan. Wie in jedem Jahr pilgerten einige hundert Menschen zum Doberaner Münster, um  in der gotischen Klosterkirche Gottesdienst zu feiern und Gemeinschaft zu erleben.  Der Tag stand unter dem Motto: „Barmherzig wie der Vater“. 

Barmherzigkeit, das ist nicht nur ein wohlklingendes Wallfahrtsmotto, sondern wesentlicher Inhalt unseres Glaubens, sagte Erzbischof Stefan Heße. Wir Christen haben ein Gespür für das „Sein“ und „Sollen“ der Lebenswirklichkeit. „In Gott sind Wesen und Wirken vereint, beim Menschen gehen sie auseinander“, führte er weiter aus. So kommt es zu den Gegensätzen von Barmherzigkeit und Gerechtigkeit, die der Mensch nicht lösen kann. Schließlich kam Erzbischof Heße zu dem Fazit: „Wir sollen versuchen, Gottes Barmherzigkeit aufzunehmen und uns schenken lassen. Im Gebet, im Gottesdienst sollen wir uns von Gottes zärtlicher Liebe anrühren lassen, um Liebe und Barmherzigkeit weitergeben zu können.“ 

Auch wenn das Wetter ziemlich unbeständig war, konnten die Pilgerer bei strahlend blauem Himmel auf der Klosterwiese picknicken. Hier stand vor allem das Teilen, immerhin ein „Werk der Barmherzigkeit“, auf dem Programm. Pfarrer Norbert Tober (Ribnitz-Damgarten) freut sich Jahr für Jahr auf diese Wallfahrt: „Hier kommen Alt und Jung zusammen. Es ist ein schöner Ort der Begegnung und ein Kennenlernen für den neuen Pastoralen Raum.“  

Die Studentin Agatha Walke (Christusgemeinde Rostock) erinnert sich gerne an frühere Wallfahrten, als Sie mit den anderen Kindern über die Klosterwiese tobte. Heute erfreut sie sich besonders an der Atmosphäre. „Der Gottesdienst im Doberaner Münster ist immer etwas ganz Besonderes, vor allem durch die Akustik und den urigen Bau. Außerdem freue ich mich immer auf das Picknick mit vielen bekannten Gesichtern.“ Auch die anschließende Wallfahrtsstunde sollte das Thema Barmherzigkeit aufnehmen. Nach der Andacht machten sich die Pilger wieder zurück auf den Nachhauseweg. 

Während des Tages kamen Vertreter der Don-Bosco-Schule mit Erzbischof Stefan Heße ins Gespräch. Sie sorgen sich um die Zukunft der Bernostiftung. Erzbischof Heße machte in diesem Gespräch auf die finanzielle Lage der Diözese aufmerksam und sagte, dass man sich bemühe, eine gerechte Lösung zu finden, die die Schullandschaft im gesamten Bistum zukunftssicher macht.

Autor: Jan Niklas Cappallo