22.03.2016

Pater Franz Moldan repariert mit Schülern der Don-Bosco-Schule Fahrräder für Flüchtlinge

Alte Mühlen werden Renner

Hilfe für Flüchtlinge kann so oder so aussehen. Schüler der Don-Bosco-Schule und Pater Moldan kümmern sich darum, dass die Bewohner einer Unterkunft in der ganzen Stadt mobil sein können. Mit einem frisch reparierten Fahrrad.

Sattel zerfetzt, Vorderrad fehlt: ein Fall für Pater Moldan und seine Praktikanten. Foto: Jan Niklas Cappallo

In der vergangenen Woche wurde das Gelände der St. Josef Gemeinde Rostock zur Fahrradwerkstatt. Zusammen mit den Schülerpraktikanten der Don-Bosco-Schule, Malte K. und Finn N., machte sich Pater Franz Moldan daran, aus Schrott fahrtüchtige Fahrräder zu basteln. 

„Die Flüchtlinge bezahlen am meisten für die Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel: Mit Fahrrädern können sie viele Orte kostenlos erreichen“, sagte Pater Franz über seine Idee. Dass diese so schnell in die Tat umgesetzt wird, hat auch mit dem Engagement der Schule zu tun. „Meine grobe Grundidee wurde sofort von der Don-Bosco-Schule aufgenommen und in den Elternrat gebracht. Dadurch entstand das Angebot für dieses Sozialpraktikum“, sagt der Spiritaner. Anfang der Woche fuhr er mit den Schülern  zum Asylbewerberheim in der Satower Straße. Dort hat sich aus gespendeten „Oldtimern“ und kaputten  Rädern ein ganzer Fahrradfriedhof angesammelt. 25 Fahrräder nahmen sie mit nach  St. Josef. Diese werden entweder restauriert oder dienen als Ersatzteile. Doch nicht nur der soziale Dienst steht im Vordergrund:  „Die Jungs sollen in dieser Woche auch handwerkliche Dinge lernen“, sagte Pater Franz. Der Ordensmann kennt sich mit Speichenspannern und Reifenhebern aus. „Bevor ich mein erstes Fahrrad bekam, musste ich meinem Vater zeigen, dass ich selbst einen Reifen flicken kann.“  

Die Lust am Schrauben und Basteln hat auch die beiden Schüler zu diesem Praktikum geführt. „Wir wollten nicht unbedingt mit Kindern im Kindergarten arbeiten, sondern auch handwerklich aktiv werden“, so Finn und Malte.  Gerne hätte Pater Franz Moldan den Kontakt zu den Flüchtlingen hergestellt und vor Ort gearbeitet, doch: „Die Betreiber der Flüchtlingsunterkunft waren gegen diese Idee, wahrscheinlich aus Angst, dass etwas passieren könnte. Ich würde gerne auch den Flüchtlingen zeigen, wie man Fahrräder repariert. Dann sind sie nicht auf fremde Hilfe angewiesen“, sagte er. Am Ende der Woche wurden die restaurierten Räder übergeben. „Mit den kleinsten Dingen, ist am meisten geholfen.“

Text u. Foto: Jan Niklas Cappallo