03.12.2014

In Damp feiern die Protestanten ihre Gottesdienste künftig in der katholischen St. Elisabeth-Kirche

Alles unter einem Dach

 In der katholischen St. Elisabeth-Kirche in Damp werden künftig auch Protestanten ihre Gottesdienste feiern. Ihr Gemeindezentrum „Die Insel“ wurde am vergangenen Wochenende entwidmet. 

 

 

Kurseelsorger Georg Hillenkamp und Tourismuspastorin Brigitte Gottuk besiegeln die Zusammenarbeit. Foto: Heinen

Es war ein schönes Zeichen ökumenischer Verbundenheit: Weihbischof Hans-Jochen Jaschke betete ein Vaterunser zum Auszug aus der „Insel“, und der evangelische Bischofsvertreter Stefan Block betete es am Ende der Feier in St. Elisabeth. Die Feiern bildeten den Auftakt zu einer engeren ökumenischen Partnerschaft in Damp.

Propst Block, der für den erkrankten Bischof Gothart Magaard die Entwidmung vornahm, erinnerte an die guten Zeiten des sanierungsbedürftigen Gemeindezentrums, das nun verkauft werden soll. Er sprach in seiner Predigt von einem damals „zukunftsweisenden Konzept, eine Kirche zu bauen, nicht zuerst für eine Ortsgemeinde, sondern für eine Gemeinde auf Zeit.“ Bei aller Trauer sei es „eine wunderbare Perspektive, dass die katholische Elisabethkirche nebenan uns Evangelischen nun eine Herberge gibt.“ Dann wurden nach dem Verlesen der Entwidmungsurkunde das Lektionar, Kelch und Patene, Kreuz, Antependium sowie ein Kerzenständer in einer feierlichen Prozession nach St. Elisabeth getragen.

Dort wurden die Gläubigen vom Flensburger Pfarrer Stefan Krinke und Militärdekan Msgr. Rainer Schadt, dem Rector ecclesiae von St. Elisabeth, sowie vielen Katholiken begrüßt. Fast 80 Gläubige beider Konfessionen hatten sich am Ende eingefunden. Der  zuständige evangelische Kirchenkreis Rendsburg-Eckernförde war durch Propst Sönke Funck und Ilona Pinkenburg vertreten, überdies war Krankenhausseelsorgerin Viola Engel gekommen.

„Dass wir in Damp unter einem Dach sind, tut uns gut. Vor allem soll es den Menschen gut tun“, sagte Weihbischof Jaschke in seiner Predigt und erinnerte daran, wie sehr sich Katholiken und Protestanten früher doch voneinander abgegrenzt hatten.

Wobei es in Damp eine Tradition gelebter Ökumene gibt, wie einige katholische Besucher anmerkten. Denn von 1974 bis 1984 waren sie in der „Insel“ zu Gast, als es in dem damals erst wenige Jahre alten Ostseebad noch keine katholische Kirche gab. „Das können wir jetzt als Dank zurückgeben“, sagte eine 63-Jährige. Und Kurseelsorger Georg Hillenkamp, der künftig mit Tourismuspastorin Brigitte Gottuk unter einem Dach arbeitet, hielt fest: „Ich denke, dass wir gemeinsam mehr erreichen.“

Text und Foto: Marco Heinen